Umfrage der IU Internationalen Hochschule
Warum die Inflation gefühlt so viel höher ist

iu.de

Laut Befragung der IU Internationalen Hochschule macht sich mehr als die Hälfte der Verbraucher:innen aktuell große Sorgen.

- Gefühlte Inflation liegt bei 34,2 Prozent, die gemessene bei 7,9 Prozent (Stand: August 2022, destatis).

- Über 90 Prozent der Befragten machen sich angesichts steigender Preise Sorgen, 54,6 Prozent sogar „große Sorgen“. 

- Stärkster Verzicht in den Bereichen Energie, Hausrat und Reisen, am wenigsten bei Bildung und Unterhaltung. 

- Frauen schränken sich stärker ein als Männer, sind besorgter und haben ein höheres Inflationsempfinden.


Erfurt, 29. September 2022.
Zwischen gemessener und wahrgenommener Inflation besteht in Deutschland offenbar eine eklatante Differenz: Laut einer Umfrage der IU Internationalen Hochschule (IU) ist für die Verbraucher:innen das tägliche Leben gefühlt um 34,2 Prozent teurer geworden. Bei den Frauen liegt die empfundene Preissteigerung sogar bei 39,3 Prozent (Männer: 29,0 Prozent). Die tatsächlich gemessene Teuerungsrate betrug laut Statistischem Bundesamt im August 7,9 Prozent.

Überzeichnet: Warum wir glauben, dass die Preise so sehr steigen

„Wir nehmen Inflation immer dort wahr, wo wir Konsumausgaben haben. Den Menschen interessiert es, was er täglich zahlen muss, um seine Grundbedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir jedes Mal beim Einkaufen merken, dass der Warenkorb teurer wird, neigen wir dazu, die reale Steigerung im Gesamten zu überzeichnen“, liefert Dr. Johannes Treu, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der IU, eine Erklärung. Die Preise für alltägliche Dinge wie Strom, Tanken, Lebensmittel seien den Menschen viel bewusster. „Tatsächlich sinken in anderen Bereichen die Preise, wie beispielsweise für Fernseher, Computer, Autos, nur konsumieren wir diese Dinge nicht alltäglich“, erläutert Treu. 

Inflation: Mehr als die Hälfte machen sich „große Sorgen“

Die große Mehrheit sieht bei der aktuellen Inflation noch kein Ende, im Gegenteil: 82,4 Prozent der Befragten (Frauen: 85,9 Prozent, Männer: 78,8 Prozent) rechnen damit, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen im Oktober „viel höher“ oder „höher“ liegen als im September. Die steigenden Preise bereiten 91,9 Prozent der Befragten Sorgen, mehr als die Hälfte – 54,6 Prozent – machen sich sogar „große Sorgen“.  

„Wenn ich das Gefühl habe, die Inflation ist hoch, erwarte ich automatisch, dass es noch teurer wird“, erklärt Professor Treu. In der Folge würden Unternehmen die Preise noch mehr erhöhen und Gewerkschaften höhere Tarife fordern. „Unsere Erwartungshaltung befeuert somit die Preisentwicklung“, erklärt Treu die Wechselwirkung und rät: „Wir müssen unsere Erwartungen senken, damit es nicht zu einem weiteren tatsächlichen Preisanstieg kommt.“

Gekürzt: Vor allem bei Energie, Hausrat und Reisen sehen Viele Sparpotenzial

In ihrer Befragung klopfte die IU außerdem ab, in welchen Bereichen die Deutschen angesichts der Teuerungen den Gürtel deutlich enger schnallen und wo weniger. 80,8 Prozent der Befragten schränken sich vor allem „stark“ oder „etwas“ bei Energiekosten für Wasser, Strom, Gas etc. ein, 76,5 Prozent bei der Anschaffung neuer Haushaltsgegenstände sowie 73,0 Prozent bei Reisen und Hotels. Am wenigsten werde laut der Umfrage bei der Bildung gespart. 26,8 Prozent der Befragten schränken sich in diesem Bereich gar nicht ein. Auch wenn es um Unterhaltung und Genuss geht, ist das Haushalten weniger stark ausgeprägt: 24,4 Prozent der Befragten schränken sich demnach weder bei Medien/Unterhaltung noch bei Alkoholischen Getränken/Tabakwaren (20,7 Prozent) ein.

Ein weiteres Ergebnis der Kurzstudie: Über alle abgefragten Bereiche hinweg, zu denen unter anderem Freizeit/Kultur, Bekleidung, Gesundheit, andere Waren/Dienstleistungen, Sparen/Rücklagen, Nahrungsmittel und Mobilität gehörten, schränken sich Frauen tendenziell stärker ein als Männer.

 

Über die Befragung

Im Rahmen der Kurzstudie „Die aktuelle Inflation. Wie fühlt sie sich an?“ befragte die IU Internationale Hochschule 1.200 Personen zwischen 16 und 65 Jahren, repräsentativ nach Alter und Geschlecht.

Das Factsheet mit den Befragungsergebnissen finden Sie unter diesem Link

 

Bildmaterial

Grafik: 82,4 % der Befragten erwarten weiter steigende Preise

Grafik: Statement von Prof. Dr. Johannes Treu zur Inflationserwartung

Prof. Dr. Treu steht Ihnen als Experte für Interviewanfragen zur Verfügung. Melden Sie sich gern über unsere untenstehenden Kontaktdaten.

 

ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit über 85.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) die größte Hochschule in Deutschland. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung bietet mehr als 200 Studienprogramme im Bachelor und Masterbereich, in deutscher oder englischer Sprache. Studierende können zwischen dualem Studium, Fernstudium und myStudium, das Online- und Präsenzveranstaltungen kombiniert, wählen und mithilfe einer digital gestützten Lernumgebung ihr Studium selbstbestimmt gestalten. Zudem ermöglicht die IU Weiterbildungen und fördert die Idee eines lebenslangen Lernens. Ziel der Hochschule ist es, möglichst vielen Menschen Bildung zu ermöglichen. Ihren Lehrbetrieb hat die IU im Jahr 2000 aufgenommen, inzwischen ist sie in 28 deutschen Städten vertreten. Sie kooperiert mit über 10.000 Unternehmen und unterstützt sie bei der Mitarbeiterentwicklung. Zu den Partnern gehören unter anderem Motel One, VW Financial Services und die Deutsche Bahn. Weitere Informationen unter: www.iu.de

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen

Staatlich Anerkannte Hochschule ZFU