Neue Tourismuskonzepte für das Ahrtal
Zwei Jahre nach der Flut engagieren sich Studierende der IU Internationalen Hochschule für neue Gäste
50 Studierende der IU haben Tourismus-Konzepte erarbeitet, die das Ahrtal als Tourismusregion aus der Krise führen sollen.
- Interdisziplinäres Projekt von 50 Studierenden und vier Professor:innen (Prof. Dr. Margit Bölts, Prof. Dr. Peter Neumann, Prof. Dr. Felix Wölfle und Prof. Dr. David Rempel) aus Tourismus-, Eventmanagement und Food Management
- Tourismus-Konzepte sollen als Blaupause für andere Regionen dienen
- IU treibt immer wichtiger werdendes Krisenmanagement unter Tourismus-Fachleuten voran
Bad Honnef, 11. Juli 2023. Am 14. und 15. Juli 2021 zerstörte eine Flutwelle eine gesamte Region und somit auch deren touristische Infrastruktur. Nun haben 50 Studierende der IU Internationalen Hochschule (IU) aus den Bereichen Tourismus-, Eventmanagement und Food Management Tourismus-Konzepte erarbeitet, die das Ahrtal als Tourismusregion aus der Krise führen und für Gäste wieder attraktiv machen sollen. Die interdisziplinären Projekte von IU-Studierenden und den Professor:innen Prof. Dr. Margit Bölts, Prof. Dr. Peter Neumann, Prof. Dr. Felix Wölfle und Prof. Dr. David Rempel, die unter anderem vom IU-Campus Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster, Frankfurt und Nürnberg stammen, sollen auch als Blaupause für andere krisengeschüttelte Tourismusregionen dienen.
Das Vorhaben der IU zeigt, wie wichtig Krisenmanagement im modernen Tourismus ist und dass sich Tourismus-Fachleute in Zukunft mit Themen wie Extremwetterereignissen und deren Folgen verstärkt auseinandersetzen müssen.
Ein Festival, eine neue Brücke und eine Wellenanlage
Von einem Ahrtal-Festival auf dem Flugplatz, über die Ahrtal-Charity-Rallye bis hin zum YogAHR-Wochenende – die Vorschläge der IU-Studierenden sind vielfältig. Sie sollen die Vorzüge der Region unterstreichen und gleichzeitig neue Anreize für den Besuch in der vormals beliebten Urlaubsregion schaffen.
Die Studierenden haben dabei auch die geographischen Voraussetzungen miteinbezogen: Unter dem Namen „Ahrtropolis“ soll eine Hängeseilbrücke an einer nicht vollendeten Bahnlinie entstehen. Dafür sollen die vier ehemaligen Brückenpfeiler im Adenbachtal mit unterschiedlichen Hänge-Elementen erweitert werden. Mit den Besonderheiten des Ahrtals im Blick – Wein, Wasser und Natur – eine ideale Ergänzung für die bestehenden Wandermöglichkeiten vor Ort.
Eine weitere Idee ist der Bau einer Wellenanlage in der Ahr. Die erste stehende Welle im westlichen Teil Deutschlands soll das Ahrtal vor allem für jüngere Menschen attraktiv machen. Die Wassersport-Attraktion bietet Potenzial für ein ganzes Freizeit-Areal inklusive Surfbrettverleih, Gastronomie und Camper-Stellplätzen. Von der Maßnahme profitieren nicht nur Tourist:innen sondern auch sportbegeisterte Einheimische.
Neben diesen Großprojekten sind auch kurzfristige Maßnahmen unter den Vorschlägen der IU-Studierenden. Darunter befinden sich beispielsweise ein regionales und nachhaltiges Speisenkonzept unter dem Namen „So is(s)t Ahrtal“ als Leitbild für alle gastronomischen Einrichtungen oder eine interaktive Flutwanderung, die die historische Naturkatastrophe aufbereitet. Im Fokus stehen stets die Region und die veränderten Voraussetzungen nach der Flut.
„Durch die enge Zusammenarbeit mit den Betrieben vor Ort ist es uns gelungen, wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Tourismusbranche im Ahrtal zu gewinnen und dadurch qualitativ hochwertige Vorschläge zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. David Rempel, akademischer Standortleiter der IU in Nürnberg und Regensburg und Professor für Tourismusmanagement und Events. „Die von unseren Studierenden entwickelten Ideen spiegeln die Innovationskraft und Kreativität unserer Hochschule wider und dienen als Inspiration für andere Krisenregionen.“
Die IU nutzt die Ergebnisse der Projekte unter anderem dazu, um ihre Studiengänge weiter zu verbessern und den praxisnahen und interdisziplinären Austausch zu fördern. Dabei soll die Vorreiterrolle in der Verknüpfung von Theorie und Praxis in den Bereichen Tourismus-, Event- und Food Management weiter ausgebaut werden.
Vom Tourismusmanager zum Krisenmanager
In Anbetracht steigender Temperaturen und zunehmender Wetterextreme müssen Tourismusexpert:innen nicht nur fachlich perfekt aufgestellt sein. Die Auswirkungen der Flutkatastrophe im Ahrtal haben gezeigt, wie wichtig ein effektives Krisenmanagement und ein innovativer Umgang mit Lösungsansätzen im Tourismus sind. Mit ihren Projekten haben die Studierenden der IU eine neue Perspektive für den Ahrtal-Tourismus entwickelt. Der interdisziplinäre Ansatz und die entstandenen Konzepte zeigen, wie eine Bildungseinrichtung nicht nur ihre Studierenden, sondern auch ganze Regionen voranbringen kann.
„Wir sind stolz darauf, dass die IU und ihre Studierenden als Vorreiter im Krisenmanagement agieren und damit nicht nur für das Ahrtal, sondern auch für andere, von Krisen gebeutelte Gebiete als Inspiration dienen“, sagt Prof. Dr. David Rempel. „Immer mehr Regionen sind betroffen. Beliebte Destinationen, wie beispielsweise Norditalien, werden abwechselnd von extremen Dürren und starken Überschwemmungen heimgesucht – und das blüht auch uns. Jetzt und in Zukunft braucht es daher aktives Krisenmanagement in allen tourismusnahen Bereichen. Genau das vermitteln wir an der IU vom ersten Semester an.“
Über die Studiengänge
Food Management
Die Inhalte des dualen Studiums Food Management beinhalten neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen, Projektmanagement sowie Kosten- und Leistungsrechnung zahlreiche gastronomische Module wie z.B. Waren- und Getränkekunde, Ernährungsformen, Verpflegungskonzepte und Nachhaltigkeit in der Gastronomie. Außerdem absolvieren die Studierenden in vier Semestern verschiedene Praxisprojekte. So werden Organisations- und Leitungskompetenzen mit fachspezifischen Kenntnissen verknüpft. Die Studierenden erlernen Methodenkompetenzen, die sie zu selbstständigen, organisatorischen, planerischen und leitenden Entscheidungen befähigen.
Tourismusmanagement
Das duale Studium Tourismusmanagement bietet viele Perspektiven. Neben Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre stehen in den ersten Semestern Wirtschaftsmathematik, Tourismuswirtschaft, Marketing, Bürgerliches Recht und Projektmanagement auf der Agenda. Im fünften Semester entscheiden sich die Studierenden für eine von vier Vertiefungsmöglichkeiten: Reiseanbieter- und Reisevertriebsmanagement, Eventmanagement, Hotelmanagement oder Systemgastronomie. So werden sie gezielt auf ihre Wunschrichtung vorbereitet.
Eventmanagement
Im dualen Bachelor Tourismusmanagement besteht im fünften Semester die Möglichkeit, die Vertiefung Eventmanagement zu wählen. Die Inhalte der Vertiefung umfassen Methoden für die Planung, Entwicklung und Durchführung von Events. Neben fundierten wissenschaftlichen und praktischen Methoden der Betriebswirtschaft und Volkswirtschaftslehre stehen modernste Managementmethoden mit Fokus auf die Eventbranche im Mittelpunkt.
Über das Projekt
Im Rahmen eines interdisziplinären Projekts haben 50 dual Studierende der IU Internationalen Hochschule aus den Bereichen Tourismus-, Event- und Food Managemen gemeinsam mit ihren Professor:innen Prof. Dr. Margit Bölts, Prof. Dr. Peter Neumann, Prof. Dr. Felix Wölfle und Prof. Dr. David Rempel sowie lokalen Tourismusanbieter:innen an neuen Konzepten gearbeitet, um die Tourismuskrise im Ahrtal zu bewältigen. Die Studierenden verschafften sich durch Gespräche und qualitative Analysen einen Einblick in die vorhandenen Angebote, die Voraussetzungen nach der Flut und die Stimmung vor Ort. Die Konzepte sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den Studierenden, der IU Internationalen Hochschule und den lokalen Partnern im Ahrtal und basieren auf einer Initiative der Kreissparkasse Ahrweiler, die das Projekt finanziert hat.
Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de.