10
Juni
2026
|
10:47
Europe/Amsterdam

Zukunft der Arbeit: Politik, Wirtschaft und Bildung fordern systematische Vermittlung von KI-Kompetenzen

Zusammenfassung

Diskussion unter Expert:innen auf Einladung der IU Internationalen Hochschule zeigt Handlungsbedarf bei der Vorbereitung von Menschen auf die KI-Gesellschaft.

  • Diskussion unter Expert:innen auf Einladung der IU Internationalen Hochschule zeigt Handlungsbedarf bei der Vorbereitung von Menschen auf die KI-Gesellschaft
  • Johannes Schätzl, MdB und digitalpolitischer Sprecher SPD: „KI ersetzt weder Urteilskraft, Fachwissen noch Verantwortung."
  • Pilotphase des Job Readiness Frameworks für die systematische Lehre von KI-Skills erfolgreich angelaufen


Berlin, 10. Juni 2026. KI-Kompetenzen müssen von der Schule bis in den Arbeitsmarkt systematisch ermittelt werden. Darin waren sich Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Bildung einig, die am 9. Juni 2026 auf Einladung der IU Internationalen Hochschule in Berlin diskutierten. Im Zentrum der Veranstaltung stand das neue Job Readiness Framework, mit dem die IU KI-Kompetenzen im Studium systematisch in die Lehre integrieren und messbar machen will.

Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, machte deutlich, dass die Anforderungen der heutigen und zukünftigen Gesellschaft weit über die Bedienung von KI-Tools hinausgehen: „KI verändert Bildung und Arbeitsmarkt radikal. Junge Menschen müssen deshalb nicht nur lernen, KI zu nutzen, sondern ihre Ergebnisse kritisch einzuordnen und sinnvoll weiterzuverarbeiten. Denn KI macht vieles einfacher, aber sie ersetzt nicht Urteilskraft, Fachwissen und Verantwortung. Am Ende eines modernen Bildungswegs müssen die Kompetenzen stehen, die einen Einstieg in den veränderten Arbeitsmarkt ermöglichen."

Zukunft der Arbeit | Event zum "Job Readiness Framework"

Dr. Sven Schütt, CEO der IU Internationalen Hochschule, betonte die Rolle von Bildungseinrichtungen bei der Vermittlung dieser Kompetenzen: „Der Umgang mit KI wird in immer mehr Jobs vorausgesetzt. Doch die systematische Ausbildung der benötigten Fähigkeiten hinkt dieser Entwicklung hinterher. Wir dürfen KI-Kompetenz nicht dem Zufall überlassen. Hochschulen müssen sie systematisch in die Lehre einbinden, um Studierende bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Genau dafür haben wir das Job Readiness Framework entwickelt."

Verschiedene Perspektiven, ein Thema: Die Vorbereitung der Gesellschaft auf eine KI-geprägte Arbeitswelt

In einer Diskussion mit Johannes Schätzl und weiteren Verterter:innen aus Arbeitsmarkt und Bildung betonte IU-Prorektor für Forschung und Transfer Prof. Dr. Kamal Bhattacharya die Notwendigkeit, KI-Kompetenzen strukturiert zu vermitteln: „Solange wir KI-Kompetenzen nicht vergleichbar und überprüfbar machen, bleiben sie ein abstrakter Anspruch. Auf der einen Seite müssen Arbeitgebende wissen, ob und wie jemand mit KI umgehen kann. Auf der anderen Seite hilft Messbarkeit den Studierenden selbst, indem sie transparent ihre Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Mit dem Job Readiness Framework zeigen wir einen Weg, wie die systematische Lehre von Zukunftskompetenzen gelingen kann und laden ausdrücklich dazu ein, diesen Ansatz auch außerhalb unserer Hochschule weiterzudenken“, betonte Prof. Dr. Bhattacharya.

Dr. Diana Knodel, Geschäftsführerin von fobizz, lenkte den Blick auf die Bildungskette vor der Hochschule: KI-Kompetenz dürfe nicht erst im Studium beginnen. Entscheidend sei, Lehrkräfte zu befähigen, KI souverän und didaktisch reflektiert im Unterricht einzusetzen. „KI gehört in die Schule. Die eigentliche Frage ist, wie wir Lehrkräfte dabei begleiten. Sie brauchen Fortbildungen und die Chance, selbst wieder zu Lernenden zu werden, gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern. KI ist ein Werkzeug, das uns unterstützen, aber nicht ersetzen soll“, sagte Dr. Knodel.

Zukunft der Arbeit | Event zum "Job Readiness Framework"

Die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt brachte Maria Zerhusen, Head of Research beim HR-Tech-Unternehmen Empion, in der Paneldiskussion ein. Eine zentrale Rolle spiele, wie offen Beschäftigte für neues Wissen sind und wie gut sie sich auf veränderte Anforderungen einlassen können. „Deutschland steht vor einem paradoxen Arbeitsmarkt: Über drei Millionen Arbeitslose - Akademiker-Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch - und gleichzeitig ein projizierter Fachkräftemangel von bis zu sieben Millionen bis 2035. Die Ursache: ein struktureller Mismatch; die vom Markt geforderten Kompetenzen und die tatsächlich verfügbaren differieren. Steigende Arbeitslosigkeit bedeutet daher nicht automatisch mehr Verfügbarkeit für Arbeitgeber: Der Arbeitsmarkt bleibt schwierig für beide Seiten. Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft als zentrale Fähigkeiten bestimmen, wie schnell und erfolgreich Menschen - und damit die Unternehmen, in denen sie arbeiten - mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten können“, betonte Zerhusen.

Einig waren sich alle Panelist:innen: Die KI-Transformation gelingt nur im Zusammenspiel von Politik, Bildung und Wirtschaft. Es brauche eine enge Kooperation aller verantwortlichen Beteiligten und gemeinsame Standards für die Vermittlung von KI-Kompetenzen.

Pilotphase des KI-Kompetenzmodells bei der IU bereits erfolgreich gestartet

Seit April 2026 rollt die IU das Job Readiness Framework in der Hochschullehre aus. Das neue Lehrmodell soll Studierende auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Berufsalltag vorbereiten. Dabei geht es nicht nur darum, KI-Tools zu nutzen, sondern zu verstehen, wann KI sinnvoll ist, wie Ergebnisse überprüft werden und wo menschliches Urteilsvermögen entscheidend bleibt. In der Pilotphase testen sieben Projektkurse im Fernstudium und über 800 Studierenden den Ansatz – darunter „Unternehmensgründung“, „Social Entrepreneurship“, „Customer Journey“ und „Agiles Projektmanagement“. Bis Ende des Jahres soll das Framework in allen Studiengängen verfügbar sein – von IT über Soziale Arbeit bis Design. Die IU ist damit die erste Hochschule in Deutschland, die ein eigenes KI-Kompetenzmodell systematisch in die Lehre integriert.

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ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de

 

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