Für die KI-geprägte Arbeitswelt: IU Internationale Hochschule integriert eigenes Kompetenzmodell in die Lehre
Als erste Hochschule in Deutschland setzt die IU auf einen systematischen Ansatz, um Kompetenzen im Umgang mit KI messbar zu machen
Die IU integriert als erste Hochschule in Deutschland ein selbst entwickeltes Kompetenzmodell für die KI-geprägte Arbeitswelt systematisch und messbar in die Lehre.
- Fünfstufiges KI-Kompetenzmodell im Lehrplan verankert: von grundlegender Nutzung bis zur strategischen Zusammenarbeit mit KI
- Internationale Befragung bestätigt: 61,5 Prozent der Befragten bewerten das Modell gegenüber vergleichbaren Frameworks (z.B. WEF) als effektiver.
- Seit April nehmen IU-Studierende an ersten Projektkursen teil – flächendeckende Einführung in allen Kursen bis Ende 2026 geplant
Erfurt, 16. April 2026. Die IU Internationale Hochschule integriert als erste Hochschule in Deutschland ein selbst entwickeltes Kompetenzmodell für die KI-geprägte Arbeitswelt systematisch und messbar in die Lehre. Grundlage ist das „Job Readiness Framework – ein Orientierungsrahmen, der Studierende gezielt auf den professionellen Umgang mit KI vorbereitet und ihre Kompetenzentwicklung in fünf messbaren Stufen strukturiert. Absolvent:innen können so nachweisen, dass sie KI im Arbeitskontext sicher und zielgerichtet einsetzen können. Laut einer von der IU durchgeführten internationalen Vergleichsstudie1 mit 4.063 Teilnehmenden bevorzugen 55,8 Prozent der Recruiter:innen diese Qualifikation gegenüber klassischen Fachtests.
Nach einer ersten Pilotphase, die im April 2026 startete, wird das Job Readiness Framework systematisch für alle Fachrichtungen und Studiengänge an der IU angeboten – sowohl im Fernstudium als auch im dualen Studium. Es richtet sich damit an Studierende aller Disziplinen, von IT über Soziale Arbeit bis hin zu Design. Die bestehenden Fachinhalte bleiben unverändert, werden aber um die Anwendung von KI, die Entwicklung von Handlungskompetenzen und praxisnahe Entscheidungsformate systematisch ergänzt.
Orientierungsrahmen soll KI-Kompetenzlücke schließen
Der ganzheitliche Orientierungsrahmen stärkt gezielt menschliche Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, kritisches und kreatives Denken. In diesen Bereichen sind Menschen der KI überlegen – und genau deshalb sind diese Kompetenzen entscheidend, um KI im beruflichen Kontext sinnvoll zu steuern. Auf einem zunehmend von KI geprägten globalen Arbeitsmarkt werden sie zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
„Die Technologie entwickelt sich schneller, als Menschen nachqualifiziert werden können“, sagt KI-Experte Prof. Dr. Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung und Transfer an der IU sowie Professor für Computer Science.
„Zwischen neuen Generationen leistungsfähiger KI-Modelle liegen oft nur Monate, während sich Hochschulcurricula über Jahre entwickeln. Daraus entsteht eine wachsende Lücke zwischen technologischer Entwicklung und menschlicher Kompetenz – diese wollen wir schließen“, so Bhattacharya.
Der Handlungsbedarf ist klar: In seinem „Future of Jobs Report“ identifiziert das World Economic Forum (WEF) Kompetenzlücken als die größte Barriere für Unternehmenstransformation (63 Prozent der Arbeitgeber weltweit). Gleichzeitig prognostiziert das WEF, dass 39 Prozent aller Kernkompetenzen bis 2030 neu erworben werden müssen.
Studierende lernen mit dem Job Readiness Framework unter anderem:
- Probleme analytisch zu strukturieren
- kreative Lösungen zu entwickeln
- KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten
- zu entscheiden, welche Aufgaben an KI delegiert werden können – und welche nicht
Ziel des Ansatzes: Studierende lernen nicht nur die Anwendung von KI-Tools, sondern Arbeitsprozesse in Zusammenarbeit mit der KI als Partner aktiv zu gestalten und zu entwickeln.
Internationale Befragung bestätigt die Relevanz
Zur Überprüfung des entwickelten Frameworks hat die IU eine internationale Befragung1 durchgeführt. Im Zeitraum vom 2. bis 16. Dezember 2025 wurden insgesamt 4.063 berufstätige Personen – darunter 702 Recruiter:innen – ab 18 Jahren in Deutschland, Kanada, den USA, dem Vereinigten Königreich und Frankreich befragt.
Vor allem im Recruiting sehen Unternehmen einen klaren Nutzen: 55,8 Prozent der befragten Personalverantwortlichen geben an, KI-bezogene Kompetenznachweise gegenüber klassischen Fachtests zu bevorzugen.
Insgesamt stößt der Ansatz auf breite Zustimmung 61,5 Prozent der Befragten halten das Modell im Vergleich zu Frameworks internationaler Organisationen für effektiver, und 79,9 Prozent halten es für inhaltlich vollständig.
Der Ansatz, Kompetenzen nicht als lange Listen einzelner Skills zu definieren, sondern über sogenannte „Professional Modes“ zu strukturieren, wird besonders positiv bewertet. Die IU versteht darunter übergeordnete Denk- und Arbeitsweisen, die in unterschiedlichen beruflichen Situationen angewendet und systematisch trainiert werden.
Die von den Befragten am häufigsten genannten Zukunftskompetenzen sind kreatives Denken (56,6 Prozent), analytisches Denken (53,6 Prozent) sowie Empathie und aktives Zuhören (46,9 Prozent).
Diese lassen sich direkt den vier „Professional Modes“ des Job Readiness Frameworks zuordnen: kreative Problemlösung (Creative Problem Solving), kontinuierliches Lernen (Continuous Learning), strategische Zusammenarbeit mit Menschen und KI (Strategic Collaboration) sowie verantwortungsvolle, ethisch reflektierte Entscheidungsfindung (Responsible Decision-Making).
Messbare Kompetenzstufen
Das Job Readiness Framework strukturiert diese Fähigkeiten in einem fünfstufigen Kompetenzmodell (siehe folgende Grafik).
Das Ziel des Frameworks besteht darin, dass alle Studierenden der IU bis zum Studienabschluss Level 4 erreichen.
„Jede:r Studierende, der eine Hochschule verlässt, sollte eine nachvollziehbare Bewertung der eigenen KI-Kompetenzen vorweisen können“, fordert Dr. Sven Schütt, CEO der IU.
Eine aktuelle Befragung² der IU zeigt, dass IU-Studierende bereits heute besser mit KI-Skills ausgestattet sind als Studierende anderer Hochschulen: 83 Prozent der IU-Studierenden und -Absolvent:innen stimmen der Aussage zu, dass sie an der IU den sinnvollen Einsatz von KI-Tools gelernt haben. Zum Vergleich: Bei anderen privaten Hochschulen sind es 70 Prozent und bei staatlichen Hochschulen sind es 67 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen: Unsere Bestrebungen wirken. Mit unserem KI-gestützten Learning Companion Syntea trainieren Studierende bereits seit Jahren den reflektierten Umgang mit KI“, betont Schütt.
Pilotphase bereits gestartet
Die praktische Umsetzung des Job Readiness Framework hat bereits begonnen: Seit Anfang April laufen im IU-Fernstudium erste Projektkurse, darunter „Social Entrepreneurship“ und „Customer Journey“ (jeweils mit über 100 Studierenden), „Unternehmensgründung“ (über 400 Studierende) sowie „Geschäftsmodellentwicklung“ (über 50 Studierende).
In einigen dieser Pilot-Kurse ist KI-gestützte Recherche bereits Teil der Prüfungsleistung: Studierende vergleichen verschiedene KI-Modelle, analysieren deren Ergebnisse kritisch, begründen ihre Auswahl und lernen so, wann und wie KI sinnvoll eingesetzt wird.
Bis Ende des Jahres soll das Job Readiness Framework für Kurse in allen Studiengängen angeboten werden Das Framework ist bewusst modular konzipiert. Andere Hochschulen und Organisationen können es als praxisnahen Orientierungsrahmen übernehmen, um Studierende oder Arbeitnehmende systematisch auf eine KI-geprägte Arbeitswelt vorzubereiten.
Veranstaltungshinweis
Am 9. Juni 2026 stellt die IU Internationale Hochschule das Job Readiness Framework im Rahmen eines Lunch-Events vor. Die Veranstaltung findet von 12:30 bis 14:30 Uhr im Marie Bistro im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Adele-Schreiber-Krieger-Str.1, 10117 Berlin statt.
Interessierte Medienvertreter:innen und Fachpublikum sind herzlich eingeladen. Anmeldungen sind möglich unter presse@iu.org. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie nach der Anmeldung per E-Mail.
Presseanfragen für Interviews
Für Interviews und Hintergrundgespräche stehen Ihnen Dr. Sven Schütt, CEO der IU Internationalen Hochschule, sowie Prof. Dr. Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung und Transfer an der IU, gerne zur Verfügung.
Kontakt:
Pressestelle – IU Internationale Hochschule
E-Mail: presse@iu.org
Telefon: +49 (0)173/7426 113
1 Die Ergebnisse basieren auf einer internationalen Vergleichsstudie, die von der IU Internationalen Hochschule durchgeführt wurde. Dazu wurden im Zeitraum 2.12. - 16.12.2025 insgesamt 4.063 Personen ab 18 Jahren aus fünf Ländern befragt: Deutschland (n = 850), USA (n = 802), Vereinigtes Königreich (n = 811), Frankreich (n = 800) und Kanada (n = 800). Unter den Teilnehmenden befanden sich Recruiter:innen, Führungskräfte, Bildungsakteure sowie allgemein Beschäftigte. Alle Befragten waren zum Zeitpunkt der Erhebung angestellt oder selbstständig tätig. Die Datenerhebung erfolgte über ein internationales Online-Panel (Cint) mittels eines standardisierten Online-Fragebogens.
2 Die Befragung „University Experience Study 2026“ wurde vom 27.08. – 20.10.2025 durch Kantar Profiles durchgeführt. Befragt wurden 4.004 Studierende und Absolvent:innen staatlicher und privater Hochschulen, darunter 1.597 Alumni, repräsentativ nach Alter und Geschlecht. Zielgruppe waren Alumni der letzten fünf Jahre, Studierende sowie Studienabbrecher:innen. Die Befragung wurde von der IU Internationalen Hochschule bei Kantar Profiles in Auftrag gegeben. Die Daten wurden von Kantar Profiles entsprechend der internen Qualitätsstandards unabhängig erhoben.
Zur Methodik: Für eine bestmögliche Vergleichbarkeit der Hochschulen untereinander wurden drei unterschiedliche Vergleiche gewählt: a) Vergleich „Staatliche Hochschule vs. Private Hochschule (exkl. IU) vs. IU“ und b) „IU vs. Benchmark“ und c) Staatlich vs. Private Hochschulen: Bei a) wird die IU mit staatlichen Hochschulen und privaten Hochschulen verglichen. Personen, die bei der IU studieren oder studiert haben, werden gesondert betrachtet und nicht den privaten Hochschulen zugeordnet. Betrachtet man die IU vs. Benchmark (b), werden staatliche und private Hochschulen in einer Kohorte zusammengefasst und mit Studierenden und Alumni der IU gegenübergestellt. Bei c) werden gebündelt jeweils alle staatlichen und privaten Hochschulen zusammengefasst (inkl. IU).
Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de.
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