13
Oktober
2026
|
10:54
Europe/Amsterdam

Digitalisierung und KI in der Sozialen Arbeit: DIGITASA-Fachtag am 6. November in Bremen

Vier Hochschulen, darunter auch die IU, präsentieren Ergebnisse aus fünf Jahren Forschung zur Auswirkung von Digitalisierung und KI auf Soziale Arbeit

Zusammenfassung

Vier Hochschulen, darunter auch die IU Internationale Hochschule, präsentieren Ergebnisse aus fünf Jahren Forschung zur Auswirkung von Digitalisierung und KI auf Soziale Arbeit.

Bremen, 13. Oktober 2026. Digitale Technologien und KI-Anwendungen verändern die Soziale Arbeit – in der Beratung, in der Dokumentation, in der Organisation von Einrichtungen. Wie erleben Fach- und Leitungskräfte diese Veränderungen? Was hilft ihnen, was überfordert sie? Und wo braucht es Regeln, die bislang fehlen?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des DIGITASA-Fachtags am Freitag, 6. November 2026, im Haus der Wissenschaft in Bremen. Ausgerichtet wird er von der IU Internationalen Hochschule und der Hochschule Bremen.

„Die digitale Transformation wird in den Einrichtungen der Sozialen Arbeit konkret gestaltet – nicht in Strategiepapieren", sagt Prof. Dr. Jakob Tetens, Professor für Soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule in Bremen. „Deshalb braucht es Räume, in denen Fach- und Leitungskräfte, Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch kommen und tragfähige Perspektiven entwickeln können."

Prof. Dr. Juliane Wahren von der Hochschule Bremen ergänzt: „Dass wir mit diesem Thema nach Bremen kommen, ist kein Zufall. Die Stadt hat eine dichte Landschaft sozialer Einrichtungen, die genau vor diesen Fragen stehen."

Fünf Jahre Forschung, drei bundesweite Erhebungen

Grundlage des Fachtags ist das Forschungsprojekt „DIGITASA – Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit“, das von einem Forschungsteam der IU Internationalen Hochschule, der Hochschule Bremen, der Hochschule Merseburg sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg durchgeführt wird. Seit 2021 untersucht das Team bundesweit in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fach- und Wohlfahrtsverbänden, wie Sozialarbeitende digitale Transformationsprozesse erleben und gestalten. Ausgangspunkt waren die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitspraxis während der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen 2020 und 2021. Inzwischen richtet das Projekt den Blick vor allem auf den Einsatz von KI-Anwendungen, auf digitale Kompetenzen sowie auf ethische, organisatorische und professionsbezogene Herausforderungen.

Ein zentraler Befund über alle drei bundesweiten Erhebungen (2021, 2023 und 2025): Digitalisierung ist in der Sozialen Arbeit keine rein technische Frage. Sie berührt die Qualität professioneller Beziehungen, soziale Teilhabe, Datenschutz und Verantwortung – genauso wie Arbeitsorganisation, Personalentwicklung und die Frage, ob Mitarbeitende an Veränderungsprozessen beteiligt werden.

Aus der jüngsten Befragung geht hervor, dass KI-Chatbots wie ChatGPT in der Sozialen Arbeit inzwischen zu den am häufigsten genutzten digitalen Werkzeugen gehören – zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) setzen sie beruflich ein, knapp ein Drittel (29 Prozent) mindestens einmal pro Woche. Verbindliche Orientierung dafür gibt es kaum: Nur zehn Prozent der Einrichtungen verfügten 2025 über einen Leitfaden zur KI-Nutzung. Gelernt wird eher im Flurgespräch: Der informelle Austausch mit Kolleg:innen ist über alle Hierarchieebenen die häufigste „Lernquelle". Weniger als 40 Prozent der Befragten nennen Fort- und Weiterbildungen als Informationsquelle zu digitalen Technologien – und das, obwohl der EU AI Act Einrichtungen als Betreiber von KI-Systemen dazu verpflichtet, die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern (Art. 4). In elf Prozent der Einrichtungen ist die Nutzung von KI-Anwendungen sogar untersagt, fast ein Viertel der dort Befragten nutzt sie dennoch regelmäßig.

Zwei Keynotes, vier Workshops

Zwei Keynotes eröffnen den Fachtag: Die erste stellt die Entwicklungen und Trends aus allen drei Erhebungen vor, die zweite kommt von Forscherinnen der Universität Graz, die geschlechterreflektierende Perspektiven auf die KI-Nutzung in den Blick nehmen – ein Aspekt, der in der Debatte bislang kaum vorkommt. Am Nachmittag prüfen die Teilnehmenden in vier parallelen Workshops, was die Ergebnisse für einzelne Arbeitsfelder bedeuten.

Der Fachtag verfolgt damit ausdrücklich einen Transferanspruch: Ergebnisse sollen nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam mit Praktiker:innen kritisch eingeordnet und weitergedacht werden.

Eingeladen sind Fach- und Leitungskräfte aus allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung bis 23. Oktober 2026 unter www.digitasa.de/fachtag.

Zur Befragungsreihe

DIGITASA führt seit 2021 nicht-repräsentative Online-Pulsbefragungen unter Sozialarbeitenden zum Umgang mit Digitalisierung und KI durch, verbreitet über Fach- und Wohlfahrtsverbände: n = 488 Teilnehmende (2021), n = 657 (2023) und n = 662 (2025) aus allen deutschen Bundesländern. Die Erhebungen sind voneinander unabhängige Stichproben; sie zeigen Entwicklungslinien, keine Veränderungen an denselben Personen. Da digital affine Sozialarbeitende vermutlich überrepräsentiert sind, dürften die erkennbaren Lücken bei Konzepten und Qualifizierung in der Breite der Praxis eher größer ausfallen als hier abgebildet. Alle Angaben beziehen sich auf die berufliche Nutzung.

Hinweis für Redaktionen

Medienvertretende sind ebenfalls herzlich eingeladen. Wir vermitteln gern Interviews mit den Forschenden – vor Ort am 6. November (bspw. in der Mittagspause ab 12 Uhr) oder im Vorfeld oder Nachgang telefonisch/per Teams. Anfragen und Akkreditierung bitte per E-Mail an presse@iu.org.

Alles im Überblick

Was: Fachtag „Digitalisierung und KI aus Sicht von Sozialarbeitenden – Chancen, Risiken und Gestaltungsmöglichkeiten"
Wann: Freitag, 6. November 2026, 10 – 15 Uhr
Wo: Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen (eingeschränkt barrierefrei)
Für wen: Fach- und Leitungskräfte der Sozialen Arbeit
Veranstalter: IU Internationale Hochschule und Hochschule Bremen 
Forschungsprojekt: DIGITASA von der IU Internationalen Hochschule, Hochschule Bremen, Hochschule Merseburg und DHBW Stuttgart 
Anmeldung: bis 23. Oktober 2026 unter www.digitasa.de/fachtag

Das vollständige Programm sowie weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie unter https://www.digitasa.de/.
 

Fachtag Digitalisierung und KI in der Sozialen Arbeit

Pressekontakt

Prof. Dr. Jakob Tetens
IU Internationale Hochschule, Standort Bremen
jakob.tetens@iu.org 
Tel. 0421 166985 25

Quellen

DIGITASA-Erhebung 2025: https://www.digitasa.de/ergebnisse/digitasa-2025/

DIGITASA-Erhebung 2023: https://www.digitasa.de/ergebnisse/digitasa-2023/

Matthies, A., Sailer, J., Tetens, J. & Wahren, J. (2026): Large Language Models in der Sozialen Arbeit. Nutzung, Perspektiven und Rahmenbedingungen. Nachrichtendienst des Deutschen Vereins 1/2026, S. 5–13.

Matthies, A. & Tetens, J. (2026): Digitale Bildung von Sozialarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten generativer KI. Evangelische Jugendhilfe 4/2026, S. 205–215.

EU AI Act, Art. 4 (KI-Kompetenz; Neufassung durch Digital Omnibus, VO (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026)

Zitiervorschlag für Studiendaten: Matthies, A., Sailer, J., Tetens, J. & Wahren, J. (2025): DIGITASA 2025 – Ausgewählte Ergebnisse der dritten bundesweiten Pulsbefragung zur Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit, www.digitasa.de.

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ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de.

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