Finanzielle Bildung im Alter: IU Internationale Hochschule startet Forschungsprojekt „FinBiSen“
Die aus dem interdisziplinären Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen als Empfehlungen für zielgerichtete Finanzbildungsangebote dienen
Die IU Internationale Hochschule startet das interdisziplinäre Forschungsprojekt „FinBiSen“, das den Wissensstand und die Bedarfe älterer Menschen in Bezug auf finanzielle Bildung untersucht.
Erfurt, 1. Oktober 2025. Studien¹ belegen, dass ältere Menschen – insbesondere Frauen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien, ehemalige Selbstständige und Migrant:innen – häufig über weniger Finanzwissen verfügen und ein höheres Armutsrisiko tragen. Bisher gibt es kaum systematisch entwickelte Bildungs- und Beratungsangebote, die auf ältere Menschen zugeschnitten sind. Diese Angebote würden jedoch Senior:innen dabei helfen, ihre finanziellen Entscheidungen im Ruhestand sicher zu treffen und sich wirtschaftlich langfristig abzusichern.
Die IU Internationale Hochschule startet in diesem Zusammenhang das interdisziplinäre Forschungsprojekt „FinBiSen“, das den Wissensstand und die Bedarfe älterer Menschen in Bezug auf finanzielle Bildung untersucht. Das Ziel des Projekts besteht darin, fundierte Daten zu gewinnen, um auf dieser Grundlage passgenaue Bildungsangebote zu entwickeln. Diese sollen Senior:innen in die Lage versetzen, ihre finanzielle Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.
"Angesichts des demographischen Wandels ist fundierte Finanzbildung insbesondere für Senior:innen entscheidend – nicht nur für ihre individuelle Sicherheit, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer die finanzielle Absicherung der älteren Generation stärkt, fördert zugleich die Generationengerechtigkeit und legt den Grundstein für eine stabile Zukunft“, betont Projektleiter Johannes Treu, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre an der IU Internationalen Hochschule.
Interdisziplinärer Ansatz für praxisnahe Lösungen
Das im Rahmen eines IU-Incubators geförderte Projekt der IU Internationalen Hochschule vereint drei Expert:innen aus Betriebswirtschaft, Kindheitspädagogik und Sozialer Arbeit:
- Prof. Dr. Johannes Treu (Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre) ist Projektleiter und leitet den quantitativen Teil der Studie, entwickelt Online-Fragebögen und analysiert die Daten, um Wissenslücken und Bedarfe systematisch zu erfassen.
- Prof. Dr. Stephan Otto (Kindheitspädagogik) verantwortet die qualitative Untersuchung, wertet Interviews mit Senior:innen aus und berücksichtigt intersektionale Aspekte der Zielgruppe.
- Prof. Dr. Okka Zimmermann (Soziale Arbeit) bringt ihre Expertise zu sozialen Benachteiligungen ein und verbindet qualitative und quantitative Forschung, um die Heterogenität der Senior:innen angemessen abzubilden.
„Durch unseren interdisziplinären Ansatz verbinden wir wirtschaftliche, pädagogische und soziale Perspektiven, um die finanziellen Bedürfnisse älterer Menschen umfassend zu verstehen und gezielte Bildungsangebote zu entwickeln, die wirklich unterstützen“, erklärt Okka Zimmermann, Professorin für Soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule.
„Finanzielle Bildung im Alter bedeutet nicht nur Zahlenwissen, sondern ist eng mit individuellen Lebensumständen und sozialen Kontexten wie etwa einem Migrationshintergrund verknüpft – dies muss berücksichtigt werden“ ergänzt Stephan Otto, Professor für Kindheitspädagogik an der IU Internationalen Hochschule.
Untersuchungsfokus: Bedarfe und Wissenslücken älterer Menschen
Zentrale Untersuchungsgegenstände des Projekts sind unter anderem:
- Welche Bereiche finanzieller Bildung sind für Senior:innen besonders wichtig?
- Wo bestehen konkrete Wissenslücken?
- Welche Fortbildungs-, Beratungs- und Informationsangebote wünschen sich Senior:innen?
- Welche Barrieren und Motivatoren beeinflussen die Teilnahme an Bildungsangeboten im Alter?
Das Forschungsvorhaben verbindet verschiedene Methoden: Zunächst werden in Interviews die Erfahrungen der Senior:innen gesammelt. Im Anschluss erfolgt eine Befragung, um die Ergebnisse zu bestätigen und sowohl persönliche Eindrücke als auch tatsächliche Wissenslücken zu erfassen.
IU-Forschung als Grundlage für konkrete Angebote
Die erhobenen Daten sollen politischen Entscheidungsträger:innen und Bildungsanbieter:innen konkrete Handlungsempfehlungen aufzeigen, wie sie ihre Angebote im Bereich Finanzielle Bildung zielgruppenspezifisch, praxisnah und bedarfsgerecht gestalten können. So könnten ältere Menschen ihre finanzielle Zukunft selbstbestimmter und sicherer planen.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „FinBiSen“: https://www.iu.de/forschung/projekte/fibisen/
Finanzbildung als Forschungsthema an der IU
Prof. Dr. Johannes Treu forscht an der IU zum Thema finanzielle Bildung und ist regelmäßig als Experte in den Medien präsent. So war er unter anderem Mitautor der im August 2023 veröffentlichten IU-Studie „Finanzielle Bildung – Wie steht es um das Finanzwissen in Deutschland?“. Derzeit arbeitet er gemeinsam mit der IU an einer weiteren Studie zum Finanziellen Wohlbefinden in Deutschland.
Pressemitteilung der IU Internationalen Hochschule vom 2. August 2023 zur Studie „Finanzielle Bildung – wie steht es um das Finanzwissen in Deutschland?“: https://www.iu.de/news/repraesentative-kurzstudie-zu-finanzieller-bildung/
Webseite der Studie: https://www.iu.de/forschung/studien/finanzielle-bildung/
Kontakt für Rückfragen
Prof. Dr. Johannes Treu – johannes.treu@iu.org
1 Quellen:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Aeltere-Menschen/armutsgefaehrdung.html
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Trends/Daten/IW-Trends-3-2012-Niehues-Pimpertz.pdf
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Forschungsberichte/fb18-aeltere-migranten.pdf
https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2023/fa_bj_2304_Finanzwissen.html
https://www.cash-online.de/a/rentner-studie-ein-drittel-der-ehemaligen-selbststaendigen-muss-mit-weniger-als-700-euro-auskommen-680247/
Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de.
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