24
September
2025
|
09:05
Europe/Amsterdam

Augsburger IU-Studierende präsentieren Kampagnen gegen Jugendobdachlosigkeit

Mediendesign trifft Soziale Arbeit: Innovative Konzepte als Katalysator für sozialen Wandel

Zusammenfassung

IU-Studierende des Bachelor-Studiengangs Mediendesign präsentierten crossmediale Kampagnen zum Thema Jugendobdachlosigkeit in Augsburg.

Augsburger IU-Studierende präsentieren Kampagnen gegen Jugendobdachlosigkeit

Augsburg, 24. September 2025. Studierende des Bachelor-Studiengangs Mediendesign der IU Internationalen Hochschule präsentierten im Rahmen der Veranstaltung „Rise by Lifting Others“ crossmediale Kampagnen zum Thema Jugendobdachlosigkeit in Augsburg. In der villa der Stadtmitte des Stadtjugendrings stellten die Studierenden ihre Projekte erfolgreich einem Fachpublikum aus Vertreter:innen sozialer Einrichtungen und Politiker:innen der Stadt Augsburg vor. Zwei Projekte haben gute Chancen, realisiert zu werden.

Gemeinschaftsprojekt mit Wirkung

Was bedeutet es, wenn junge Menschen keine Heimat mehr haben? Wenn Straßen und Notunterkünfte zum Zuhause werden? Studierende der IU Internationalen Hochschule am Campus Augsburg haben sich dieser herausfordernden Frage in einem gemeinsamen Projekt von Sozialer Arbeit und Mediendesign gestellt – und innovative Antworten gefunden.

Studierende der Sozialen Arbeit untersuchten das Phänomen der Jugendobdachlosigkeit in Augsburg direkt vor Ort durch Expert:innen-Interviews, Gespräche mit Betroffenen und Sozialraumbegehungen mit Streetworker:innen dank Unterstützung des Stadtjugendrings. Die Erkenntnisse flossen in den Austausch mit den Mediendesign-Studierenden ein, die daraufhin experimentelle Cross-Media-Kampagnen entwickelten. Ziel dieser Arbeiten ist es, die oft unsichtbare Lebenswelt wohnungsloser Jugendlicher sichtbar zu machen und Denkanstöße für gesellschaftliches Handeln zu geben.

Mit Kreativität Bewusstsein schaffen

Eine zentrale Erkenntnis der Studierenden war, dass es in Augsburg zwar Hilfsangebote wie Notschlafplätze und Beratungsstellen gibt, diese aber oft auf akute Notlagen beschränkt sind und keine langfristigen Lösungen für Jugendliche bieten.

Einige der Studienprojekte, wie die Kampagne „open bag.“, konzentrieren sich deshalb auf die direkte, niedrigschwellige Unterstützung der Betroffenen. Das Konzept zielt darauf ab, obdachlosen Jugendlichen einen Beutel mit essentiellen Artikeln anzubieten. Dieses innovative, anonyme und unverbindliche Angebot schafft Vertrauen und gibt den Betroffenen die Möglichkeit, selbstbestimmt Hilfe anzunehmen, ohne sich stigmatisiert zu fühlen. Ergänzend dazu wurden auch klassischere Konzepte wie die „Happen der Hoffnung“ vorgestellt, die Gutscheine für Mahlzeiten vorsehen.

Andere Konzepte wie „Die Brücke“ legen den Fokus darauf, „Brücken zu bauen“ – eine zentrale Leitidee, um obdachlose Jugendliche mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Die Kampagnen nutzen interaktive Elemente wie Augmented Reality-Touren und temporäre Installationen auf Brücken in der Stadt, um die Geschichten von obdachlosen Jugendlichen zu erzählen und die Passierenden zur Reflexion anzuregen. Durch minimalistisches, sachliches Design und Installationen in politischen Räumen oder wohlhabenden Stadtteilen wird die Lebensrealität der Jugendlichen sichtbar gemacht und ein direkter Dialog angeregt. Die Forderung ist dabei sehr klar: Es bedarf mehr Schutzräume, Wohnraumförderung und Streetworker:innen.

Social Design als Motor für soziale Innovationen

Anders Herwig

„Die präsentierten studentischen Arbeiten sind ein herausragendes Beispiel dafür, wie die enge Zusammenarbeit von Social Design und Sozialer Arbeit Impulse für soziale Innovationen setzen kann“, so Anders Herwig, Professor für Mediendesign am IU-Standort Augsburg. „Die Studierenden haben nicht nur ansprechende Designs entworfen, sondern sind tief in die sozialen Problemstellungen eingetaucht, um die Bedürfnisse der Zielgruppen zu verstehen. Wo die Soziale Arbeit das Fachwissen über die Herausforderungen liefert, gibt das Social Design die kreativen Werkzeuge an die Hand, um diesen Problemen auf neue, empathische Weise zu begegnen.“

Das Projekt zeigt, wie sich Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen, sozialen Einrichtungen und der Politik gewinnbringend vernetzen lassen. Es entsteht ein lebendiger Austausch, der es ermöglicht, theoretische Konzepte direkt in der Praxis zu testen. Dies mobilisiert nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern hilft auch dabei, die oft unsichtbare Arbeit von Streetworker:innen und sozialen Einrichtungen ins Rampenlicht zu rücken. Die Visualisierung von komplexen Sachverhalten und die Schaffung von emotionalen Berührungspunkten machen das Thema für eine breite Öffentlichkeit zugänglich und motivieren zum Handeln. Letztlich dienen die Kampagnen als soziale Innovationen, die neue Wege aufzeigen, um das Hilfssystem effektiver und zugänglicher zu gestalten.

Die Studierenden wurden bei der Erstellung ihrer Konzepte maßgeblich von Professor Anders Herwig sowie Professorin Dr. Rebecca Schmolke und Professor Dr. Christian Thiel vom Fachbereich Soziale Arbeit unterstützt. Für die nötigen praxisnahen Informationen sorgten Lamia Nada Simreen (Regionalleitung Stadtmitte) und Norman Henning (Streetwork Mitte) vom Stadtjugendring.

Informationen zu einer Auswahl der Konzepte

»open bag.«

Innovative Hilfe durch Design: Die IU-Studentin Jana Wolfschlag entwarf die crossmediale Kampagne „open bag.“, die sich an obdachlose Jugendliche richtet. Das Konzept kombiniert physische Beutel mit wichtigen Artikeln, Plakate mit QR-Codes und eine digitale Präsenz, um niedrigschwellige, anonyme Hilfe ohne Stigmatisierung anzubieten.

 

»open bag.«


»Happen der Hoffnung«

Visuelles Konzept für soziale Hilfe: IU-Student Markus Treffil entwickelte die Kampagne „Happen der Hoffnung“, die durch ansprechendes Design und eine warme Farbwelt Spenden für Obdachlose mobilisiert. Herzstück des Projekts sind Essensgutscheine, die den Betroffenen Zugang zu Mahlzeiten verschaffen, während Plakate und eine App die Sichtbarkeit sozialer Einrichtungen verbessern. Die Designsprache symbolisiert mit klaren Linien Rettungswege und Verbindungen.

 

»Happen der Hoffnung«


»Die Brücke«

Eine Kampagne, die verbindet: Das Konzept des IU-Studierendenteams Jacqueline Owszarek, Ümran Ösen, Lucia Wielsch und Luca Parody nutzt immersive Ausstellungen und Augmented-Reality-Touren, um das Bewusstsein für Jugendobdachlosigkeit zu schärfen. Die Initiative „Die Brücke“ vereint verschiedene Hilfsorganisationen, um eine gemeinsame Identität zu schaffen und der Gesellschaft über persönliche Geschichten die Lebensrealität obdachloser Jugendlicher zu vermitteln.

 

»Die Brücke«


»Unser Versagen, deren Zukunft«

Visuelle Elemente mit politischem Appell: IU-Studentin Lilly Wilson setzt mit ihrer Kampagnenidee auf reduzierte visuelle Elemente in politischen Räumen und wohlhabenden Stadtteilen. Ihr Ziel: Die Politik als primären Akteur für langfristige Lösungen gegen Jugendobdachlosigkeit zu gewinnen. Statt auf Spenden oder Soforthilfe zu setzen, soll die Kampagne durch minimalistische und faktenbasierte Kommunikation strukturelle Veränderungen wie Wohnraumförderung und Sozialprogramme anstoßen.

 

»Unser Versagen, deren Zukunft«

Chancen auf Umsetzung

Für die Kampagnen „Happen der Hoffnung“ sowie „Unser Versagen ist deren Zukunft“ gewannen die Studierenden besonderes Interesse beim Fachpublikum. Erste Gespräche zu einer möglichen Umsetzung finden derzeit statt.

Betreuung des Projekts

 

Mehr Informationen zum Mediendesign-Studium an der IU Internationalen Hochschule unter: 
https://www.iu.de/bachelor/mediendesign/

Mehr Informationen zum Studium der Sozialen Arbeit an der IU Internationalen Hochschule unter: 
https://www.iu.de/bachelor/soziale-arbeit/

ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de

 

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