04
September
2025
|
09:07
Europe/Amsterdam

IU-Studie: 90 Prozent sehen Fake News als ernsthafte Bedrohung für Demokratie und Freiheit

Die repräsentative IU-Studie zeigt, wie sich das Informationsverhalten durch digitale Medien – insbesondere durch Fake News und Deepfakes – verändert

Zusammenfassung

Eine repräsentative Studie der IU Internationalen Hochschule befasst sich mit dem Vertrauen der Menschen in die Medien, der Rolle der sozialen Medien sowie mit Fake News und Deepfakes und deren Auswirkungen.

  • Bei fast drei Viertel der Befragten ist das Vertrauen in die Medien aufgrund des Aufkommens von Fake News allgemein gesunken. 
  • Klassische Medien sind für viele Menschen in Deutschland wichtige Informationsquellen – ebenso wie persönliche Netzwerke. 
  • Fast ein Drittel der Befragten gab an, bereits auf politische Fake News hereingefallen zu sein.
  • Jeweils fast zwei Drittel der Befragten sieht die Hauptverantwortung bei Plattformbetreiber:innen bzw. Politik. 


Erfurt, 4. September 2025. Fast neun von zehn Menschen in Deutschland (89,9 Prozent) betrachten Fake News als eine ernsthafte Bedrohung für Demokratie und Freiheit und als einen Treiber für die gesellschaftliche Spaltung. Das zeigt die neue Studie „Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland“ der IU Internationalen Hochschule (IU). Für die Untersuchung wurden 1.999 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren repräsentativ nach Alter und Geschlecht befragt. 

Die Befragten sehen den Einfluss von Desinformation vor allem im politischen Kontext kritisch: 

  • 92,2 Prozent stimmen der Aussage voll und ganz bzw. eher zu, dass Fake News besonders problematisch sind, weil sie gezielt zur Meinungsmanipulation und Wahlbeeinflussung eingesetzt werden. 
  • 71,8 Prozent geben an, dass ihr Vertrauen in die Medien durch das Aufkommen von Fake News allgemein gesunken ist; 64,1 Prozent sagen dies im Zusammenhang mit Deepfakes. 
  • 89,0 Prozent befürchten, dass Deepfakes die Verbreitung politischer Falschinformationen so vorantreiben, dass sie Wahlen beeinflussen und für Unruhe im politischen Klima sorgen. 

Die Sorgen im Zusammenhang mit Entwicklungen wie Fake News und Deepfakes spiegeln sich auch im Medienvertrauen wider: 

  • 30,9 Prozent der Befragten stufen KI-Anwendungen wie ChatGPT als glaubwürdig ein. Bei Sozialen Medien liegt der Wert mit 30,8 Prozent ähnlich niedrig. 
  • Deutlich höher ist das Vertrauen in klassische Medien: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland vertraut Radio, Fernseh-Nachrichtensendungen und Online-Nachrichtenportalen sowie Zeitungen als Informationsquelle. 
  • Fast drei Viertel geben zudem ihr persönliches Umfeld – also Freund:innen und Familie – als verlässliche Informationsquelle an. 
IU Studie: Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland

Tagesschau und Co. dominieren als Informationsquelle

Für 91,4 Prozent der Menschen in Deutschland ist es sehr oder eher wichtig, über das aktuelle gesellschaftliche und politische Geschehen auf dem Laufenden zu bleiben. 

Bei der Frage, welche Informationsquelle hauptsächlich verwendet wird, dominieren die traditionellen Medien: An erster Stelle stehen Nachrichtensendungen im Fernsehen mit 68,9 Prozent, gefolgt von Online-Nachrichtenportalen mit 59,3 Prozent und Radio mit 49,9 Prozent. An vierter Stelle stehen soziale Medien (49,0 Prozent), an fünfter Stelle persönliche Netzwerke (34,8 Prozent). Für die Generation Z ist Social Media sogar die am häufigsten genutzte Informationsquelle für Nachrichten. 

IU Studie: Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland

Jede:r Dritte glaubte bereits politischen Fake News

Doch Vertrauen in Inhalte ist nicht immer gerechtfertigt: 33,1 Prozent der Menschen in Deutschland haben schon einmal gesellschaftliche oder politische Informationen geglaubt, die sich später als Fake News herausstellten. Besonders häufig berichten Unter-30-Jährige aus der Generation Z davon.

Deepfakes erkannten nur 15,0 Prozent der Befragten im Nachhinein, wobei dies ebenfalls von Jüngeren häufiger berichtet wird als von Älteren. 

Die Unsicherheit der Befragten ist allerdings groß: Mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) können die Frage, „ob sie schon einmal Fake News zum aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Geschehen für glaubwürdig gehalten und später entlarvt haben“, nicht sicher beantworten. Und das, obwohl 51,9 Prozent der Befragten angaben, Informationen zum aktuellen gesellschaftlichen und politischen Geschehen immer oder häufig auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. 

Die Folgen von Desinformation: Fehlgeleitete Wahlentscheidungen, Angst und Streit

Die Ergebnisse der IU-Studie verdeutlichen ebenfalls, welche konkreten Auswirkungen Desinformation auf das soziale Miteinander und die Entscheidungen von Menschen haben können: 

  • Von den 33,1 bzw. 15,0 Prozent der Befragten, die Fake News bzw. Deepfakes zunächst geglaubt haben, geben 13,9 Prozent an, aufgrund von Fake News eine fehlgeleitete Wahlentscheidung getroffen zu haben. Bei Deepfakes liegt dieser Anteil bei 15,0 Prozent. 
  • 42,8 Prozent derjenigen, die bereits auf Fake News hereingefallen sind, berichten von Stress oder Angst als Folge. Bei Deepfakes liegt dieser Anteil bei 46,0 Prozent. 
  • 22,8 Prozent dieser Befragten haben sich infolge von Fake News mit anderen Menschen gestritten, bei Deepfakes waren es 17,7 Prozent.

Laut den Befragten verstärkt Künstliche Intelligenz die Problematik: 84,4 Prozent stimmen folgendem Statement voll und ganz bzw. eher zu: „Durch die Nutzung von KI-basierten Suchmaschinen (z. B. Google Bard, Perplexity AI) wird die Verbreitung von Fake News zukünftig weiter zunehmen.“ 

IU Studie: Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland

Je jünger, desto größer das Wissen über Deepfakes

Zudem zeigt die repräsentative Studie der IU: Fast alle Menschen in Deutschland (96,3 Prozent) kennen den Begriff „Fake News“, unabhängig von ihrem Alter. Bei dem Begriff „Deepfake“ sieht die Lage anders aus: Nur 34,3 Prozent der Befragten kennen die Bedeutung dieses Begriffs. Dabei gilt: Je jünger die Generation, desto größer ist das Wissen über Deepfakes. 

Mehrheit sieht Politik und Plattformen in der Pflicht 

Laut Nele Hansen, Studienexpertin und Professorin für Medienmanagement an der IU Internationalen Hochschule, „reicht Medienkompetenz allein nicht aus, um Desinformation in Form von Fake News und Deepfakes zu bekämpfen.“ 

Die Studie ging daher auch der Frage nach, wer in der Verantwortung steht – und welche konkreten Maßnahmen dazu beitragen könnten, die negativen Auswirkungen von Desinformation einzudämmen: 

  • Fast zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass die Betreiber:innen sozialer Plattformen (65, 1 Prozent) sowie die Regierung und Politik (63,1 Prozent) die Hauptverantwortung bei der Bekämpfung von Fake News und Deepfakes tragen. 
  • 60,3 Prozent sagen, dass jede:r Einzelne und 52,8 Prozent, dass die Medien hauptsächlich Verantwortung tragen. 
     
IU Studie: Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland
  • Fast alle Befragten sprechen sich dafür aus, dass soziale Plattformen Maßnahmen gegen Desinformation ergreifen sollten. Nur 3,9 Prozent halten keine Maßnahmen für nötig. 
  • Am häufigsten wurde die Kennzeichnung von Fake News (70,9 Prozent) genannt, am zweithäufigsten die aktive Überwachung und Entfernung solcher Inhalte (67,5 Prozent). Maßnahmen wie die Aufklärung von Nutzer:innen über Fake News und Deepfakes (60,8 Prozent) und die Bereitstellung von Faktencheck-Tools (50,7 Prozent) folgen mit größerem Abstand. 
IU Studie: Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland

Über die Studie

Die Studie „Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland” der IU Internationalen Hochschule befasst sich mit dem Vertrauen der Menschen in die Medien, der Rolle der sozialen Medien sowie mit Fake News und Deepfakes und deren Auswirkungen. Für die IU-Studie wurden 1.999 Menschen in Deutschland im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt, repräsentativ nach Alter und Geschlecht. Die Befragung fand vom 14. bis 25. April 2025 statt. 
Die vollständige Studie ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.iu.de/forschung/studien/medienkompetenz/

 

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ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de

 

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