Junge Frauen entscheiden sich trotz großen Interesses häufig noch gegen einen MINT-Bildungsweg

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MINT-Bildung. Was junge Frauen darüber denken.

Laut Studie der IU Internationalen Hochschule (IU) haben Schülerinnen Vorbehalte gegen MINT-Studienfächer oder -Ausbildungen – unter anderem mangelt es ihnen an weiblichen Vorbildern.

• 70 Prozent der befragten Schülerinnen haben ein persönliches Interesse an MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

• Über 40 Prozent der jungen Frauen und Mädchen fühlen sich jedoch mit diesen Themen überfordert bzw. finden den MINT-Bereich zu schwierig.

• Nur wenige der Befragten haben Freundinnen oder weibliche Verwandte, die in MINT-Berufen arbeiten. Über ein Drittel kennt niemanden, der oder die mit MINT beruflich zu tun hat.

Erfurt, 6. September 2022. Laut letztem IW-MINT-Herbstreport hat sich die Arbeitskräftelücke im MINT-Bereich dramatisch vergrößert. Der Report fordert ganz explizit dazu auf, mehr Frauen für MINT zu gewinnen. Warum sich viele Schülerinnen trotz großen Interesses gegen einen MINT-Bildungsweg entscheiden, untersucht die aktuelle Kurzstudie „MINT-Bildung. Was junge Frauen darüber denken“ der IU Internationalen Hochschule (IU). Gleichzeitig zeigt die Studie Lösungswege auf. Die Kurzstudie ist Auftakt eines umfassenden Forschungsprojekts und der Kampagne „Women in Tech“, mit der die IU Internationale Hochschule Schülerinnen zu MINT-Studium oder -Ausbildung motivieren will.

„Frauen entscheiden sich seltener als Männer für MINT-Studienfächer oder -Ausbildungen. Um etwas dagegen zu tun, muss man früh in der Schule ansetzen – etwa durch gendersensiblen Unterricht, der Mädchen und Jungen gleichermaßen anspricht. Vor allem braucht es dringend mehr weibliche Vorbilder aus dem MINT-Bereich, die jungen Frauen Mut machen. Denn Vorbilder im direkten Lebensumfeld, wie Lehrer:innen und Familienmitglieder, aber auch aus der Wirtschaft, haben großen Einfluss auf die spätere Studien- und Berufswahl“, sagt Alexandra Wuttig, Kanzlerin der IU Internationalen Hochschule (IU).

Überforderung und fehlendes Vorwissen

Obgleich 70 Prozent der befragten Schülerinnen ein persönliches Interesse an MINT-Themen haben und 81,8 Prozent generell an einem Studium interessiert sind, haben viele junge Frauen Bedenken, wenn es um ein MINT-Studium oder eine MINT-Ausbildung geht. 44,6 Prozent geben an, dieser Bereich sei ihnen zu schwierig, 42,7 Prozent fühlen sich mit MINT-Themen überfordert. Zudem sind viele der Befragten der Meinung, dass ihnen das Vorwissen und die Fähigkeiten für spezielle MINT-Fächer fehlen. So betrachten sich im Bereich Technik nur 14 Prozent und in Informatik 16,2 Prozent der Teilnehmerinnen als ausreichend vorbereitet. Anders ist es lediglich in Biologie: Hier geben 41,2 Prozent an, über viel Vorwissen zu verfügen.

Langweiliger Schulunterricht, finanzielle Hürden

In der Schule werden Lehrpläne und Lehrende von den befragten Schülerinnen als wenig motivierend empfunden. 44,9 Prozent finden MINT-Fächer in der Schule oft trocken und langweilig, die Inhalte der MINT-Fächer sind 34,8 Prozent zu kompliziert. 42,4 Prozent finden, ihre Lehrer:innen vermitteln die Inhalte auf eine langweilige Art und Weise.
Zudem gibt es finanzielle Hürden. Fast ein Vierteil (24,3 Prozent) der befragten Schülerinnen gibt an, dass ein MINT-Studium insgesamt zu teuer wäre, da sie wegen der hohen Belastung keinem Nebenjob nachgehen könnten. Die Meinung des Umfelds spielt eine vergleichsweise untergeordnete Rolle: Nur 16,1 Prozent machen sich Gedanken darüber, was die Freund:innen denken könnten, 8,4 Prozent fürchten, ihre Eltern wären mit der Studienwahl nicht einverstanden.

Fehlende Vorbilder vs. Orientierungsangebote

Die Frage „Kennst du jemanden, der oder die im MINT-Bereich arbeitet“ beantwortet über ein Drittel der Befragten (34,1 Prozent) mit nein. Nur wenige der Befragten haben Freundinnen oder weibliche Verwandte, die in MINT-Berufen arbeiten: Gerade einmal 9,9 Prozent haben eine Freundin, 8,2 Prozent gaben ihre Mutter oder Oma, 14,5 Prozent sonstige weibliche Verwandte an.
Abhilfe könnten hier Orientierungsangebote für die Berufs- oder Studienwahl schaffen. 65 Prozent der Schülerinnen, die bereits Praktika absolviert oder in den Ferien gearbeitet haben, finden dies nützlich. Fast ebenso beliebt (62,3 Prozent) sind Gespräche mit Freund:innen, Familie oder Mentor:innen. Infoveranstaltungen wie Jobmessen, Girls'Day oder Thementage landeten mit 45 Prozent auf Platz drei. Ähnlich populär sind mit 43,5 Prozent digitale Infokanäle – vor allem Instagram, Facebook, TikTok – und firmeneigene Webseiten.

IU startet Kampagne rund ums Thema „Women in Tech“

Zeitgleich mit der Studie startet die IU Internationale Hochschule eine Kampagne, die jungen Mädchen und Frauen Mut machen soll, sich für den MINT-Bereich zu entscheiden. Herzstück ist der Inkubator Young Women in STEM (Frauen in MINT) einer IU-Professorinnengruppe, die auch maßgeblich an der Studie beteiligt ist und diese weiterentwickelt.

Am 5. Oktober beginnt die sechsteilige Online-Serie „Yes she can – Girls in IT“, die sich an Schülerinnen ab der zehnten Klasse richtet. Hier tauchen MINT-Professorinnen der IU in die Welt der IT und des Internets ein. In Kooperation mit der Bitkom realisiert die IU zudem das Projekt „Frida“ (Frauen in der digitalen Arbeitswelt), mit dem Ziel, Frauen in IT-Berufen sichtbarer zu machen. Geplant ist eine Reihe von Kurzvideos über IT-Frauen mit Vorbildcharakter. Last, but not least widmet sich der Podcast „Einig Uneinig“ ab 23. September großen Fragen rund um das Thema Bildung – unter anderem auch mit Bezug auf Frauen und MINT-Karrieren.

Über die Studie
Für die Kurzstudie „MINT-Bildung. Was junge Frauen darüber denken“ der IU Internationalen Hochschule (IU), die am 6. September veröffentlicht wurde, wurden insgesamt 777 Schülerinnen befragt. 83 Prozent der Befragten streben Abitur oder Fachabitur an, 7,6 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife, 9,3 Prozent einen Realschulabschluss. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie groß das Interesse der Schülerinnen an MINT-Studienfächern und -Ausbildungen ist, welche Faktoren sie vom MINT-Bildungsweg abhalten und welche begünstigenden Faktoren für eine Studien- oder Berufswahl im MINT-Bereich es gibt.

Das Whitepaper zur Studie ist hier verfügbar.
Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier.

Grafiken:
•   Grafik „So schlecht fühlen sich junge Frauen für einen MINT-Bildungsweg gerüstet.
•   Grafik: „Eine MINT-lerin? Kaum eine junge Frau kennt eine.

Bildmaterial der Sprecherin:
Prof. Dr. Alexandra Wuttig, Kanzlerin sowie Professorin für Innovation und Entrepreneurship der IU Internationalen Hochschule (IU)

An der Studie beteiligte Professorinnen der IU Internationalen Hochschule
•   Prof. Dr. Janki Dodiya, Professur für Augmented/Virtual Reality und HCI
•   Prof. Dr. Cornelia Heinisch, Professur für Computer Science
•   Prof. Dr. Claudia Heß, Professur für Digitale Transformation
•  Prof. Dr. Sibylle Kunz, Professur für Medieninformatik
•   Prof. Dr. Sandra Rebholz, Professur für Softwareentwicklung
•   Prof. Dr. Inga Schlömer, Studiengangsleitung B.A. Digital Business, Professur für Digitale Transformation
•   Prof. Dr. Adrienne Steffen, Professur für Business Administration
•   Prof. Dr. Silke Vaas, Professur für Business Intelligence


ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE
Mit über 90.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) mit Hauptsitz in Erfurt die größte Hochschule in Deutschland. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung versammelt unter ihrem Dach mehr als 200 Studienprogramme im Bachelor und Masterbereich, die in deutscher oder englischer Sprache angeboten werden. Studierende können zwischen dualem Studium, Fernstudium und myStudium, das Online- und Präsenzveranstaltungen kombiniert, wählen und mithilfe einer digital gestützten Lernumgebung ihr Studium selbstbestimmt gestalten. Zudem ermöglicht die IU Weiterbildungen und fördert die Idee des lebenslangen Lernens. Ziel der Hochschule ist es, möglichst vielen Menschen weltweit Zugang zu personalisierter Bildung zu verschaffen. Im Jahr 2000 hat die IU ihren Betrieb aufgenommen, inzwischen ist sie in 28 deutschen Städten vertreten. Sie kooperiert mit über 10.000 Unternehmen und unterstützt sie aktiv bei der Mitarbeiterentwicklung. Zu den Partnern gehören unter anderem die Deutsche Bahn, Motel One, Telekom, Vodafone und VW Financial Services. Weitere Informationen unter: www.iu.de

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen