IU-Forschungsprojekt zeigt: Arbeit und Urlaub rücken immer näher zusammen
Bleisure Travel und Workation etablieren sich im deutschen Tourismusmarkt
Mit dem neuen „Bleisure und Workation Monitor Deutschland“ wurde 2025 erstmals ein Forschungsprojekt gestartet, das die wachsende Bedeutung von Bleisure Travel und Workation für den deutschen Tourismus systematisch beleuchtet.
Erfurt, 29. Januar 2026. Mit dem neuen „Bleisure und Workation Monitor Deutschland“ wurde 2025 erstmals ein Forschungsprojekt gestartet, das die wachsende Bedeutung von Bleisure Travel und Workation für den deutschen Tourismus systematisch beleuchtet. Eine bundesweite Online-Befragung unter touristischen Leistungsträgern sowie begleitende Branchendialoge schaffen erstmals fundierte Transparenz in diesem Teilmarkt des Geschäftsreisens. Nach Abschluss der Feldphase beginnt das Forscherteam der IU Internationalen Hochschule nun mit der Auswertung der umfangreichen Daten. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Bleisure Travel und Workation derzeit noch nicht systematisch auf Angebotsseite verankert sind. Klare Produktstrukturen und konsistente Vermarktungsansätze befinden sich vielfach erst im Aufbau.
Geschäftsreisen verändern sich – und mit ihnen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Erste Ergebnisse aus dem „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“ der IU Internationalen Hochschule zeigen, dass Bleisure Travel, die Kombination aus Geschäftsreise und privater Verlängerung, in der touristischen Praxis bereits deutlich weiter verbreitet ist als bislang vielfach angenommen.
Für die aktuelle Erhebung wurden bundesweit über 1.000 touristische Betriebe eingeladen. Knapp 300 auswertbare Fragebögen bilden die Grundlage der vorliegenden ersten Ergebnisse. Diese zeigen, dass Bleisure Travel bereits gelebte Praxis bei den Geschäftsreisenden ist, auch wenn viele touristische Betriebe diese Reiseform bisher noch nicht bewusst als eigenständiges Produkt begreifen. Angebot und Nachfrage entwickeln sich dynamischer, als es die derzeitige öffentliche Diskussion vermuten lässt.
Rund zwei Drittel der Betriebe geben an, bereits Gäste beherbergt zu haben, die Bleisure Travel oder Workation (das Arbeiten am Urlaubsort) in Anspruch nahmen. Bleisure Travel dominiert dabei deutlich: Mehr als die Hälfte der Unterkunftsbetriebe berichtet von entsprechenden Gästen, die ihre Geschäftsreise privat verlängern. Bleisure Travel erzeugt damit eine zusätzliche Wertschöpfung für Betriebe wie auch Destinationen, ohne dass zwangsläufig neue Kostenstrukturen entstehen. Gerade aus betriebswirtschaftlicher Perspektive liegt hier ein erhebliches, bislang nur teilweise genutztes Potenzial.
Gleichzeitig zeigen die ersten Ergebnisse strukturelle Defizite auf: Nur rund ein Viertel der Betriebe, die bereits Bleisure Gäste hatten, verfügt über explizit formulierte Angebote. In vielen Fällen entsteht Bleisure eher situativ als strategisch. Klassische Pauschalen, klare Preislogiken oder systematische Kooperationen sind aktuell eher die Ausnahme.
Beim Thema Workation ergibt sich ein differenziertes Bild. Workation wird von den befragten Unternehmen zunächst seltener eindeutig benannt als Bleisure Travel. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein Teil der Betriebe beide Formen hybrider Reisen parallel adressiert oder nicht klar voneinander trennt.
Zudem werden Bleisure Travel und Workation derzeit meist nur unternehmensspezifisch vermarktet. Akteure auf Destinationsebene wie Destinations-Managementorganisationen oder Convention Bureaus spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle – obwohl knapp 70 Prozent der Betriebe davon ausgehen, dass ohne lokale Netzwerke und koordinierte Ansätze kein nachhaltiger Markt entstehen kann.
Die vorliegenden Ergebnisse bieten einen ersten Einblick. Eine vertiefte Analyse mit regionalen Auswertungen und konkreten Handlungsempfehlungen für Betriebe, Destinationen und Politik folgt mit der Veröffentlichung der Gesamtstudie im Sommer 2026.
Über das Projekt
Der Bleisure & Workation Monitor Deutschland ist ein gemeinsames Forschungsprojekt von drei Professoren der IU Internationalen Hochschule aus den Fachgebieten Hospitality, Tourism & Event sowie Wirtschaft. Ziel ist der Aufbau einer langfristigen Datengrundlage zu neuen hybriden Reiseformen an der Schnittstelle von Arbeit, Freizeit und Urlaub.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Peter Neumann
Professor Tourismuswirtschaft
peter.neumann@iu.org
Prof. Dr. Sven Pastowski
Professur Allgemeine BWL
sven.pastowski@iu.org
Prof. Dr. Andreas Zimmer
Professur Tourismusmanagement
andreas.zimmer@iu.org
Weitere Informationen unter: https://www.bleisure-workation-monitor.de/
Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de.
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