IU Studie 2026 | Executive Summary

48-Stunden-Woche oder 4-Tage-Vollzeit: Was Angestellte wollen

Wenn Politik und Wirtschaft über neue Arbeitsmodelle debattieren, prallen unterschiedliche Forderungen und Erwartungen aufeinander. Aktuell im Fokus: die von der Bundesregierung geplante 48-Stunden-Woche.

Arbeitszeitmodelle der Zukunft

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05.02.2026

Höchstarbeitszeit, flexible Arbeitszeiten und der 12-Stunden-Tag: Um diese Begriffe dreht sich die aktuelle Debatte zur 48-Stunden-Woche. Die Bundesregierung plant im Rahmen einer Reform des Arbeitszeitgesetzes – wie im Koalitionsvertrag festgehalten – eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Künftig soll anstelle einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gelten. Arbeitstage mit bis zu 12 Stunden könnten dann durch entsprechend kürzere Arbeitszeiten an anderen Tagen ausgeglichen werden.


Die repräsentative IU Studie lässt die Arbeitnehmenden in Deutschland zu Wort kommen. Das Ergebnis: Viele Befragte befürchten negative Effekte durch die 48-Stunden-Woche, wie weniger Freizeit und eine höhere Belastung. Von einer 4-Tage-Woche erwartet die Mehrheit dagegen vor allem positive Effekte auf Lebensqualität, Zufriedenheit und Produktivität. Diese Ergebnisse decken sich mit dem Kern des 4-Tage-Modells: eine bewusst verschlankte, effizient organisierte Arbeitsweise.


Prof. Dr. Malte Martensen, Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement und Organisation an der IU Internationalen Hochschule, ordnet die Diskussion um Arbeitsmodelle ein: „Die zentrale Frage ist nicht, ob wir mehr oder weniger arbeiten, sondern wie wir Arbeit zukunftsfähig gestalten können.“

Was steckt hinter den Begriffen?

48-Stunden-Woche: Definition

Bei der im Koalitionsvertrag geplanten 48-Stunden-Woche geht es um ein Arbeitszeitmodell, bei dem die bislang geltende tägliche Höchstarbeitszeit in Deutschland (meist 8 Stunden pro Tag bzw. zeitweise bis zu 10 Stunden pro Tag) zugunsten einer wöchentlichen Obergrenze umgebaut werden soll.


Angestellte könnten dann z. B. bis zu 48 Stunden pro Woche arbeiten, und an einzelnen Tagen auch bis zu 12 Stunden oder mehr, wenn sie an anderen Tagen entsprechend weniger arbeiten. Das Gehalt bleibt unverändert, sofern die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit nicht erhöht wird.

4-Tage-Woche: Definition

Die 4-Tage-Woche beschreibt ein Arbeitszeitmodell, bei dem Angestellte 32 Stunden pro Woche arbeiten, jedoch voll vergütet werden und volle Anforderungen an das Arbeitsergebnis erfüllen. Dieses Modell ermöglicht eine Verteilung der Arbeitsaufgaben auf 4 Tage, während der fünfte Tag u.a. zur Erholung, für Familie, Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten genutzt werden kann.


In vielen Unternehmen wurde oder wird die 4-Tage-Woche aktuell als Pilotprojekt getestet, um Effekte auf Produktivität, Mitarbeitendenzufriedenheit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu evaluieren.

Klassisches Teilzeitmodell (weniger als 35 Stunden pro Woche)

18,5 %

Klassisches Vollzeitmodell (35–40 Stunden pro Woche)

44,7 %

4-Tage-Woche (32 Stunden pro Woche) bei vollem Gehalt und Vollzeit-Anforderungen an das Arbeitsergebnis

33,9 %

Anderes Arbeitszeitmodell

2,9 %

Frage: Unabhängig von dem Arbeitszeitmodell, in dem Sie aktuell tätig sind: Welches der folgenden Arbeitszeitmodelle würde am besten in Ihre aktuelle Lebenssituation (Arbeits-, Privatleben und finanzielle Situation) passen?

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Über die Studie:

Fakten zu den Studienteilnehmenden

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