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Laut Bundesagentur für Arbeit liegt die Frauenquote im sozialen Bereich bei mehr als 70 Prozent*; das Sozialwesen gilt als Frauendomäne. Doch warum entscheiden sich Männer gegen eine Karriere im Sozialwesen? Die IU Kurzstudie „Soziale Berufe. Was junge Männer darüber denken.“ deckt auf, wie männliche Schüler aus Deutschland auf soziale Berufe blicken und welche Hürden sie bei einer solchen Berufswahl sehen.
Interessant ist: 65,5 Prozent der befragten jungen Männer interessieren sich für soziale und pädagogische Themen, trotzdem können sich nur 21,8 Prozent eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich vorstellen. Die Gründe? Rund die Hälfte der männlichen Schüler gehen von zu geringen Verdienstmöglichkeiten und zu wenig Anerkennung für einen solchen Beruf aus. Dem Klischee, dass soziale Berufe eher was für Frauen sind, stimmen nur 24,4 Prozent von ihnen zu.
*Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2022)
Studie als PDF herunterladender befragten männlichen Schüler interessieren sich für soziale/pädagogische Themen.
der Befragten können sich eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich vorstellen.
geben als Grund gegen eine solche Berufswahl an: Die späteren Verdienstmöglichkeiten im sozialen Bereich sind zu gering.
denken: Soziale Berufe erhalten zu wenig Anerkennung.
der Befragten gefallen die Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen nicht.
ist der Favorit unter den sozialen Berufen, gefolgt von Pädagoge und Sozialpädagoge.

„Obwohl das Potenzial grundsätzlich da ist und laut Studie weder die Meinung anderer noch das fordernde Berufsfeld einen Hinderungsgrund darstellen, kommt für viele männliche Schüler ein sozialer Beruf nicht infrage. Was können Gründe sein? Mehr Schulfächer zu sozialen Themen braucht es nicht, aber es fehlt vielen jungen Männern an praxisorientierten Einblicken wie z. B. durch Praktika oder Hospitationen. Ein Kernproblem ist der Wegfall des Zivildienstes, der früher junge Männer für soziale und pädagogische Berufe sozialisierte. Heutzutage fehlt vielen Männern diese Kennenlernmöglichkeit.“
Prof. Dr. Fabian van Essen
Professor für Heilpädagogik und Inklusionspädagogik, IU Internationale Hochschule
Männliche Schüler in Deutschland interessieren sich für Soziales, aber nur rund ein Fünftel können sich eine Zukunft im Sozialwesen vorstellen. Wir haben nachgefragt: Wie groß ist der Einfluss von Aspekten wie sozialer Status und Klischees?

21,1 Prozent der männlichen Schüler befürchten, dass sich andere Menschen über die Wahl einer Ausbildung oder eines Studiums im sozialen Bereich lustig machen könnten. Für mehr als 6 von 10 Befragten (64,8 Prozent) spielt das keine Rolle bei ihrer Entscheidung.
*Antworten auf die Frage: „Bitte bewerte, wie sehr folgende Punkte Dich von einer Ausbildung oder einem Studium im sozialen Bereich abhalten könnten.“ in %.
Quelle: IU Kurzstudie „Soziale Berufe. Was junge Männer darüber denken.“
Mehr als die Hälfte der Befragten verneinen die Aussage, dass soziale Berufe eher was für Frauen seien. Die Studie zeigt außerdem, wie der Experte die Relevanz von Vorbildern einschätzt.
*Die Grafik zeigt die Antworten auf die Frage: „Im sozialen Bereich arbeiten über 70 Prozent Frauen. Wie bewertest Du die Aussage: „Soziale Berufe sind eher was für Frauen als für Männer?“ in %.
Quelle: IU Kurzstudie „Soziale Berufe. Was junge Männer darüber denken.“

Was sagen männliche Schüler über eine Zukunft im Sozialwesen, Hürden bei der Berufswahl und Klischees? Alle Erkenntnisse in unserer Kurzstudie.

Für die IU Kurzstudie „Soziale Berufe. Was junge Männer darüber denken.“ wurden 620 männliche Schüler in Deutschland befragt.
Veröffentlicht am: 02.03.2023
Herausgeberin: IU Internationale Hochschule
Zeitraum der Befragung: 17.10.2022 – 24.10.2022
MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind für Frauen, was soziale Berufe für Männer sind: Viele Schülerinnen haben Interesse an MINT-Themen, aber die Hürden bei der Wahl eines MINT-Studiums oder einer MINT-Ausbildung sind hoch. Mehr dazu in der IU Kurzstudie Frauen in MINT.
Du hast Fragen oder benötigst weiteres Material zu unserer Studie? Dann schreib uns gerne eine E-Mail.
Presse-Team: presse@iu.org
Research-Team: research@iu.org
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