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Die IU-Studie verdeutlicht: Deutsche Unternehmen machen technologisch Fortschritte bei der Einführung von KI, hinken bei der organisatorischen Transformation jedoch häufig hinterher. KI entfaltet ihren Mehrwert nämlich erst dann, wenn Technologieeinführung und der menschliche Faktor im Rahmen von Change-Management zusammengedacht werden.“

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Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Anne Gfrerer und Prof. Dr. Philipp Diebold im Doppelinterview zum KI-Change in der Arbeitswelt. Außerdem geben die beiden Expert:innen Tipps, wie Unternehmen die Einführung von KI systematisch begleiten können.

Prof.ⁱⁿ Gfrerer, wie verändert KI die Arbeitswelt bis 2030 – und warum ist KI nur einer von mehreren Treibern des Wandels?

Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt tiefgreifender verändern als jede digitale Technologie zuvor. Das Internet hat Prozesse digitalisiert – generative KI verändert nun auch wissensintensive und kreative Arbeit. KI ist dabei keineswegs neu: Unternehmen nutzen sie seit Jahren, etwa im Machine Learning. Neu ist jedoch, dass leistungsfähige generative KI spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT nahezu allen Arbeitnehmenden direkt im Arbeitsalltag zur Verfügung steht. Genau dadurch wird KI vom Spezialtool zur Basistechnologie.


Die eigentliche Herausforderung ist deshalb nicht mehr die Technologie, sondern der Umgang damit. Unsere Studie zeigt: Entscheidend ist, wie Unternehmen KI in Prozesse integrieren, Mitarbeitende qualifizieren und den Wandel aktiv begleiten. KI-Transformation ist damit vor allem eine Führungs- und Change-Management-Aufgabe.

Prof.ⁱⁿ Gfrerer und Prof. Diebold, welche Kompetenzen werden in einer KI-geprägten Arbeitswelt wirklich entscheidend?

Prof. Dr. Philipp Diebold: Die Nutzung von KI wird für viele Arbeitnehmende zur Selbstverständlichkeit oder sie ist es bereits heute. Entscheidend wird künftig aber nicht mehr sein, ob jemand KI nutzt, sondern wie gut Mensch und KI zusammenarbeiten. Gefragt sind Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösefähigkeit und die Fähigkeit, KI gezielt zur Verstärkung der eigenen Expertise einzusetzen. Wer KI als Sparringspartner versteht und ihre Stärken sinnvoll mit dem eigenen Fachwissen verbindet, wird langfristig erfolgreicher arbeiten.


Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Anne Gfrerer: Richtig. Diese Fähigkeiten entstehen jedoch nicht von allein. Unternehmen müssen AI Literacy systematisch aufbauen. Dazu gehört ein grundlegendes Verständnis dafür, wie KI funktioniert, wo ihre Stärken und Grenzen liegen und welche Risiken mit ihrem Einsatz verbunden sind. Arbeitnehmende müssen lernen, KI kompetent und verantwortungsvoll in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren. AI Literacy ist deshalb weit mehr als Prompting. Sie wird zu einer Schlüsselkompetenz für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Mensch und KI.

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