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IU Studie 2026 | Executive Summary

Der KI-Change braucht Change-Management

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein wesentlicher Treiber unserer heutigen Arbeitswelt: KI verändert Aufgaben, Arbeitsweisen und Anforderungen. Doch die repräsentative IU Studie zeigt: Der KI-Change scheint in vielen Unternehmen nicht systematisch begleitet zu werden. Laut den Studienergebnissen fehlt es Mitarbeitenden häufig an klarer Führung, Förderung und Befähigung.

KI in der Arbeitswelt

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24.09.2026

Mehr als ein Drittel der Arbeitnehmenden in Deutschland spüren bereits einen Wandel der Arbeitswelt: 38,5 Prozent sagen, dass sich ihre Tätigkeit in den vergangenen zwölf Monaten verändert hat. Die Gründe dafür sind vielfältig – von neuen Aufgaben über digitale Tools bis hin zu KI, die zu den fünf meistgenannten Veränderungstreibern zählt. Aus Sicht der Befragten wird ein solcher Wandel jedoch häufig nicht gemeinsam mit den Mitarbeitenden gestaltet. Das zeigt sich besonders deutlich am Beispiel von KI:


Zwar nutzen bereits 45,5 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland KI-Tools wie ChatGPT oder Copilot, doch die KI-Transformation wird in Unternehmen laut den Arbeitnehmenden häufig noch zu wenig begleitet und moderiert: Mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich nicht gut auf die fortschreitende KI-Entwicklung vorbereitet, fast ein Drittel fühlen sich beim Thema KI sogar von der eigenen Führungskraft im Stich gelassen. Für Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Anne Gfrerer, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der IU Internationalen Hochschule, ist das ein Anzeichen für mangelhaftes Change-Management.


Eine Bitkom-Studie¹ bestätigt diese Diskrepanz zwischen Wollen und Umsetzen: 2025 setzten bereits 36 Prozent der Unternehmen KI ein – und damit fast doppelt so viele wie 2024 (20 Prozent). Gleichzeitig planten nur 29 Prozent, ihre KI-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen, und lediglich 26 Prozent der Unternehmen stellten ihren Mitarbeitenden einen Zugang zu generativen KI-Diensten oder -Anwendungen bereit. „KI wird in vielen Unternehmen bereits punktuell und individuell eingesetzt, doch der organisatorische Wandel hält häufig nicht Schritt. Ohne klare Strategie und Kompetenzentwicklung bleibt ihr Potenzial sehr oft ungenutzt“, ordnet Prof. Dr. Philipp Diebold die Ergebnisse ein.

Besonders deutlich wird der Bedarf an Change-Management auch bei den KI-Kompetenzen: Mehr als 4 von 10 der Arbeitnehmenden erwarten, dass KI-Skills wie Prompting in ihrer Tätigkeit wichtiger werden, doch die entsprechende Weiterbildung bleibt oft aus. 43,9 Prozent der Arbeitnehmenden haben in den vergangenen zwölf Monaten gar keine Arbeitszeit für KI-Weiterbildung genutzt. Was müssen Unternehmen also jetzt tun? Im Doppelinterview erklären unsere IU Expert:innen, wie Unternehmen KI erfolgreich einführen, Mitarbeitende besser begleiten und Kompetenzen gezielt aufbauen können.

¹ Quelle: Bitkom (2025): Künstliche Intelligenz in Deutschland: Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen

Was ist Change-Management?

Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Anne Gfrerer ist Professorin für Wirtschaftsinformatik an der IU Internationalen Hochschule und befasst sich in ihrer Tätigkeit als Unternehmerin und Aufsichtsrätin unter anderem mit Change-Management-Prozessen, zudem tritt sie als Keynote-Speakerin auf.

 

Prof. Dr. Philipp Diebold ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der IU Internationalen Hochschule und befasst sich in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens mit der Verbesserung von Arbeitsweisen speziell mittels KI-gestützter Lösungen für den Unternehmenskontext. 

 

Die beiden Expert:innen erklären, was Change-Management ist und wie Unternehmen Wandel erfolgreich begleiten.

Change-Management: Definition

Change-Management (auch Veränderungsmanagement) bedeutet, Veränderungen in Unternehmen systematisch zu planen, zu steuern und zu erklären. Ziel ist es, neue Strategien, Prozesse, Technologien oder Arbeitsweisen so einzuführen, dass diese Veränderungen von den Mitarbeitenden verstanden, akzeptiert und langfristig im Arbeitsalltag sinnvoll genutzt werden.

 

Bei der Einführung von neuen digitalen Technologien wie KI ist Change-Management besonders wichtig: Denn technologischer Wandel verändert Aufgaben, Rollen, Prozesse, Kompetenzen und auch die Zusammenarbeit im Team.

Erfolgsfaktoren im Change-Management

Erfolgreicher Change hängt nicht allein von der Qualität einer neuen Technologie oder Strategie ab. Entscheidend ist, wie gut Unternehmen den Wandel erklären, begleiten und im Arbeitsalltag verankern.


Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Change-Management:


Klare Kommunikation: Mitarbeitende müssen verstehen, warum eine Veränderung notwendig ist – und was diese konkret für sie bedeutet.


Frühe Beteiligung: Veränderungen gelingen besser, wenn Mitarbeitende frühzeitig eingebunden werden. Sie entscheiden mit, wo neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können – und wo Risiken und Hürden entstehen.


Führung als Orientierung: Führungskräfte spielen im Change-Management eine zentrale Rolle. Sie müssen Sicherheit geben, Fragen zulassen sowie den Wandel erklären und besonders vorleben.


Kompetenzaufbau und Weiterbildung: Neue Arbeitsweisen erfordern neue Fähigkeiten. Unternehmen müssen diese Zukunftskompetenzen erkennen, kommunizieren und gezielt fördern.


Lernräume im Arbeitsalltag: Mitarbeitende brauchen Zeit und Möglichkeiten, um neue Technologien auszuprobieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam gute Anwendungsfälle zu entwickeln. Lernen muss Teil der Arbeit sein.

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