Projektbeschreibung
Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Konkretisierung und Prüfung des theoretisch begründbaren, aber in der quantitativen Sozialforschung bisher kaum näher untersuchten Zusammenhangs zwischen unterschiedlichen Erkenntnisformen in der Zuwendung und Wahrnehmung der Welt (und den Sachverhalten und Menschen in ihr) einerseits und des Antisemitismus andererseits. Wesentlich in Referenz auf die negative Dialektik Theodor W. Adornos und der in dieser enthaltenen normativen Theorie des Gebrauchs von Begriffen sowie der in dieser enthaltenen Ethik einer erweiterten, gleichsam reflexiven und kontemplativen Weltzuwendung wird dabei unter anderem die Facette einer Erkenntnis des Nichtidentischen inkl. der Dimension Ungewissheitstoleranz ausgearbeitet. Diese und weitere Facetten werden theoretisch fundiert ausdifferenziert, mithin begründet in einen Zusammenhang mit Antisemitismus gestellt, sodann skaliert und so für eine quantitativ ausgelegte Sozialforschung aufbereitet und schließlich pilotiert und getestet.
Im Ergebnis steht zu erwarten, dass der Fachdiskurs zum Antisemitismus um neue empirische Befunde sowie die quantitativ ausgelegte Antisemitismusforschung um neue, empirisch getestete Messinstrumente und Items bereichert werden kann. Und da sich aus der dem Forschungsvorhaben zugrunde gelegten Theorie auch eine vermittelbare Ethik sowie eine Reihe erwerbbarer Kompetenzfacetten ableiten lassen, werden die Grundlagen und Befunde des Forschungsvorhabens nicht nur öffentlich zugänglich gemacht, sondern auch in pädagogische Konzepte für die Erwachsenenbildung an Instituten für Erwachsenen- und Weiterbildung, Volkshochschulen, Universitäten und Fachhochschulen überführt.
Das auf drei Jahre ausgelegte Forschungsvorhaben wird im Verbund mit dem Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibniz Universität Hannover erarbeitet.
01.03.2026 – 28.02.2029