Projektbeschreibung
Hintergrund & Problemstellung
Die weltweit steigende Prävalenz von Demenzerkrankungen stellt eine immense Herausforderung dar. Allein in Deutschland leben bereits 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, Tendenz steigend.
Das Risiko einer Mangelernährung in den frühen Stadien der Demenz ist zwar bekannt und vielfach belegt, doch gibt es bisher wenige Studien zu deren Ursachen. Dies ist besonders kritisch, da fast 70 % der an Demenz erkrankten Menschen in Privathaushalten leben und dort schwer zu erfassen sind. Ein guter Ernährungszustand ist von hohem wissenschaftlichem Interesse, da er mit höherer kognitiver Leistungsfähigkeit und körperlicher Funktionserhaltung assoziiert ist. Pflegende Angehörige spielen eine entscheidende Rolle bei der Ernährungssicherung, indem sie das Essverhalten beobachten und Maßnahmen ergreifen. Jedoch beeinflussen Demenz-bedingte Faktoren wie Bewegungsdrang, nächtlicher Hunger oder Depressionen den Bedarf und das Essverhalten erheblich. Angehörigen ohne pflegerische Ausbildung fehlt hierbei oft die Distanz, die Wahrnehmung für Veränderungen und das spezifische Wissen für gezielte Gegenmaßnahmen.
Bisher mangelt es an wissenschaftlichen Studien, die die Handlungskompetenz von Angehörigen in dieser komplexen Ernährungssituation beleuchten.
Projektansatz
Unser Projekt setzt hier an, um die Ursachen von Mangelernährung in frühen Demenzstadien im häuslichen Umfeld zu beleuchten. Zunächst ermitteln wir Wege, um Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen zu erreichen. Anschließend erfassen wir im häuslichen Umfeld den Ernährungszustand der Betroffenen, identifizieren die Ursachen einer mögliche Mangelernährung und untersuchen die Kompetenzen sowie Bedürfnisse der Angehörigen.
Ziele
Ermittlung der Erreichbarkeit von an Demenz im Anfangsstadium erkrankten Menschen und deren pflegenden Angehörigen im häuslichen Setting.
Datenerhebung im häuslichen Umfeld durch Erfassung des Ernährungszustandes der Betroffenen, die Ermittlung der Ursachen einer möglichen Mangelernährung dieser Personengruppe sowie die Untersuchung der Kompetenzen der Angehörigen und der Bedürfnisse der Erkrankten.
Zielgruppe
Angehörige, die eine zu Hause lebende Person mit ärztlich diagnostizierter Demenz im Anfangsstadium versorgen.
Datenerhebung
Umfassende Erfassung des Ernährungszustandes und potenzieller Mangelernährung der Betroffenen sowie der Kompetenzen und Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen.
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden präzise Empfehlungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger entwickelt.
01.10.2025