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Research Center Science Communication

Wissenschaft verständlich machen – Wirkung verstehen – Kommunikation verbessern

Das Research Center Science Communication widmet sich der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse so kommuniziert werden können, dass sie bei nicht-wissenschaftlichen bzw. fachfremde Zielgruppen ankommen – verständlich, relevant und faktenbasiert.


Wissenschaftskommunikation steht heute vor besonderen Herausforderungen: Digitale Plattformen verändern Rezeptionsgewohnheiten, Zielgruppen sind heterogen, Aufmerksamkeit ist begrenzt. Gerade in Zeiten von Desinformation und Polarisierung gewinnt wissenschaftlich fundierte Kommunikation zunehmend an Bedeutung. Zugleich zeigen empirische Befunde, dass nicht allein die fachliche Qualifikation der kommunizierenden Person über die Wirkung entscheidet, sondern insbesondere wahrgenommene Relevanz, Präsentationsstil und Unterhaltungswert.


Die Arbeit im Research Center setzt hier an und beschäftigt sich mit der Arbeit der Wissenschaftskommunikation an fachfremdes Publikum, wie beispielsweise im Kontext einer Kinder- oder Senioren-Uni oder der Informationsaufbereitung für Soziale Medien.

Mission

Unser Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Modelle und praxisnahe Werkzeuge zu entwickeln, die Wissenschaftler:innen dabei unterstützen, komplexe Inhalte adressatengerecht zu übersetzen – ohne fachliche Substanz zu verlieren.


Wir untersuchen systematisch:

  • Wie müssen Inhalte gestaltet sein, um Verständnis und informierte Meinungsbildung zu fördern?

  • Für welche Zielgruppe sind bestimmte Kommunikationsstrategien besonders geeignet?

  • Welche Rolle spielen Plattform und Format?

  • Welche Aspekte sind förderlich oder hinderlich für die Wirkung digitaler Wissenschaftskommunikation?

Dabei verbinden wir kommunikationspsychologische Theorien mit qualitativer und experimenteller Forschung sowie digitaler Innovation.

Forschungsansatz: Ein Modell digitaler Science Communication

Zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die Weiterentwicklung und experimentelle Prüfung eines kommunikationspsychologischen Modells (auf Basis der komplexen Problemlösetheorie nach Dörner, 2018; Dörner & Funke, 2017[1]). Dieses Modell soll als Rahmen für die Vorbereitung fundierter Science Communication gegenüber fachfremden Zielgruppen dienen. Es soll erhoben werden, inwieweit die so vorbereitete Wissenschaftskommunikation zu einem verbesserten Verständnis, einer informierten Meinungsbildung oder nachhaltigem Interesse führt.


[1] Dörner, D. (2018) The Logic of Failure: Strategic Thinking in Complex Situations. Extended new edition, 15th edition. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (Rororo Science, 61578).

Dörner, D. and Funke, J. (2017) “Complex Problem Solving: What It Is and What It Is Not“, Frontiers in Psychology, 8, p. 1153.  https://doi.org/10.3389/fpsyg.2017.01153.

Digitale Unterstützung für Wissenschaftler:innen

Ein innovativer Schwerpunkt des Research Centers ist die Entwicklung und Prüfung eines KI-gestützten Assistenzsystems (Bot), das Wissenschaftler:innen durch die Vorbereitungsphase ihrer Wissenschaftskommunikation begleitet.


Der Bot unterstützt bei zentralen Fragen wie:

  • Wer ist die Zielgruppe?

  • Welches Ziel soll erreicht werden?

  • Welche Plattform ist geeignet?

  • Wie müssen Inhalte strukturiert und aufbereitet werden?


Die Konzeption des Bots basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur erfolgreichen Wissenschaftskommunikation und wird qualitativ hochwertig prompt-basiert umgesetzt.


Seine Wirksamkeit wird experimentell überprüft: Wir untersuchen, ob und in welchem Ausmaß die Nutzung des Bots auf Senderseite zu einem höheren Engagement in der Wissenschaftskommunikation, einer zielgruppengenaueren Konzeption der Inhalte und einer erleichterten Vorbereitung für Wissenschaftler:innen führt; auf Empfängerseite zu einem höherem Wissenszuwachs, differenzierterer Meinungsbildung und stärkerem Interesse am jeweiligen Thema.

Transfer und gesellschaftliche Relevanz

Das Research Center Science Communication versteht sich als Brücke zwischen Forschung und Praxis. Wir entwickeln nicht nur theoretische Modelle, sondern konkrete Instrumente, die Wissenschaftler:innen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen unmittelbar einsetzen können.

Abgeschlossene Projekte und Schwerpunkte

Planung von Wissenschaftskommunikation: Untersucht wurde, ob die Planung von Wissenschaftskommunikation als das Lösen komplexer Probleme verstanden werden kann und inwieweit das idealisierte Prozessmodell nach Dörner Anwendung findet. Im Rahmen einer umfangreichen qualitativen Studie wurden dafür acht Wissenschafter:innen, die einen Vortrag für eine Kinderuniversität vorbereiteten, mit der Methode des lauten Denkens beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Problemlösepsychologie einen fruchtbaren Rahmen bietet, um die Planungseffizienz in der Wissenschaftskommunikation zu verbessern und bieten Ansatzpunkte für eine vertiefte Forschung.


Kommunikation von Risiken: Im Rahmen einer durch das EU-geförderte SEAWave-Projekts qualitativen Studie wurde untersucht, welchen Einfluss die Kommunikation von Vorsorgemaßnahmen auf die Risikowahrnehmung der Bürger:innen hat. Eines der Ergebnisse ist das Serious Game „Talk Science“ (www.talkscience.eu), bei dem der:die Spieler:in einen Rollentausch mit einem:einer zu 5G kommunizierenden Wissenschaftler:in vollzieht. Auf diese Weise soll die Perspektive der Wissenschaftskommunikator:innen „am eigenen Leib“ erfahren werden.


Kommunikation von Zahlen und Statistiken: Auseinandersetzung mit der Forschungsfrage, wie sich inferenzstatistische Informationen in der Wissenschaftskommunikation auswirken und ob sich Ergebnisse aus dem klassischen Nullhypothesen-Signifikanztest (NHST) und dem Null Hypothesis Bayesian Testing (NHBT) unterschiedlich gut für die Wissenschaftskommunikation eignen. 

Dauer des Projekts

01.11.2022 - 30.09.2026

Publikationen

Kontakt

Output

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen