Tagung Sozialmanagement / Sozialwirtschaft

Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmanagement/ Sozialwirtschaft an Hochschulen e. V. und der IU Internationale Hochschule


Gender & Sozialwirtschaft


Save the date: 02.12.2022

Gender & Sozialwirtschaft

Die Tagung beleuchtet die Wechselwirkungen von Geschlecht und Sozialwirtschaft in Theorie und Praxis und diskutiert ihre Formen aus unterschiedlichen Perspektiven. In den Wirtschaftstheorien bilden die Finanzierungsprinzipien die Grundlagen des Sozialen. Feministische Ökonom:innen kritisieren jedoch schon länger, dass diese Theorien die Geschlechterperspektive völlig ignorieren, was u.a. zur theoretischen Ausgrenzung der Care-Verpflichtungen führt; diese erscheinen lediglich als gesellschaftliche Kosten. Neue kritische Wirtschaftstheorien dagegen berücksichtigen alle Care-Aufgaben als Teil der Ökonomie und erforschen das Geschlecht und das Geschlechterverhältnis innerhalb der ökonomischen Produktion.

Das Geschlecht umfasst nicht nur die physische Dimension von Menschen. Außer körperlicher Unterschiede äußert es sich auch in seiner sozialen Form; als Rollen, Erwartungen, institutionalisierte und unbewusste Haltungen. Oft sind diese Formen von Geschlecht und ihre Folgen schwer zu erkennen. Konkrete Bildungsmethoden ermöglichen es, die Ungerechtigkeiten zu erkennen und zu verstehen.

Sozialwirtschaftliche Organisationen begegnen der Geschlechterproblematik tagtäglich, insbesondere, weil der Größteil ihrer Belegschaft weiblich ist. Sie tragen die Hauptlast der familiären Sorgetätigkeiten, was zur Folge hat, dass sie hauptsächlich in Teilzeit arbeiten und bei Krankheitsfällen in der Familie nicht arbeiten können.

Mit Gender Budgeting beabsichtigen Kommunen die Geschlechterperspektive schon bei der Haushaltsplanung zu berücksichtigen. Nicht nur innerhalb der eigenen Belegschaft sollen die Finanzen gerecht verteilt werden. Auch Angebote an die Einwohner:innen sollen gerechter geplant werden (u.a. Angebote gleichermaßen für Mädchen und Jungen).

Es gibt also durchaus Ideen, wie die Kooperation zwischen Sorgearbeit, Wirtschaft und die Sozialwirtschaft gerechter gestaltet werden könnte. Auch die Arbeitsteilung innerhalb des Haushalts, Familie, Ehe und Wirtschaft sowie anderen sozialen Institutionen kann dabei neu und vielseitiger als bis jetzt vorgestellt  werden.

Hybride Tagung

Ort: IU Campus Köln, Bonner Straße 271, 50968 Köln & Online via Zoom

Datum: 02.12.2022

Inhalte der Fachtagung

  • Geschlecht und Sozialwirtschaft
  • Feministische Ökonomie, sorgende Ökonomie
  • Bildungsmethoden zur Geschlechtergerechtigkeit in Care 
  • Personalmanagement
  • Gender Budgeting
  • Neudenken sozialer Institutionen

Zeitüberblick

Der Tag beginnt mit der Darstellung von Sorgeökonomie als Kritik zu geschlechterneutralen Wirtschaftstheorien. Welche innovativen Ansichten kann die Sorgeökonomie anbieten?

Nach der wirtschaftstheoretischen Einführung werden konkrete Bildungsmethoden vorgestellt, die eingesetzt werden können, um Geschlechter(un)gerechtigkeit in Sorgetätigkeiten begreiflich zu machen.

Für die Führungskräfte im Sozialwesen konkretisiert sich die Geschlechterperspektive insb. im Personalwesen. Warum soll das Geschlecht im Personalmanagement überhaupt berücksichtigt werden?

Geschlecht gewinnt zunehmend auch in der kommunalen Finanzplanung an Bedeutung. Mit welchen Erwartungen ist das Gender Budgeting im Kommunalhaushalt geladen?

Zum Schluss wird die Frage nach Alternativen für die jetzigen sozialen Institutionen gestellt. 


Anmeldung

Für eine Teilnahme an der Tagung ist eine Anmeldung per E-Mail an fachtagung-gender@iu.org notwendig.



Programmkommitee


Vorstellung der Keynote Speaker

Weitere Informationen

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen