IU Internationale Hochschule

Drittmittelprojekt
Abenteur Kraftwerk

Entwicklung eines inklusiven Serious Games im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels

Projektbeschreibung

Wie können historische Technik, MINT-Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung für Kinder spielerisch, partizipativ und inklusiv erfahrbar gemacht werden? Dieser Frage widmet sich das Projekt „Abenteuer Kraftwerk“ am LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen.

 

Ziel des Projekts ist die Konzeption eines kooperativen Serious Games für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. In Gruppen von zwei bis sechs Personen erkunden die Kinder das Museum und lösen gemeinsam analoge und digitale Aufgaben (Mixed Reality), um das Kraftwerk wieder zum Laufen zu bringen. Die nicht-lineare Spielstruktur verbindet technische und mathematische Fragestellungen mit Kommunikation, Kooperation und strategischem Denken.

 

Das Projekt reagiert damit auf die aktuellen Transformationsprozesse des Museums (und auch vieler anderer). Neben einer zeitgemäßen Vermittlung von Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte sollen insbesondere digitale und hybride Vermittlungsformen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie barrierearme und inklusive Zugänge gestärkt werden. Das historische Wasserkraftwerk wird dabei nicht allein als Ausstellungsort, sondern als interaktiver Erfahrungs- und Handlungsraum verstanden.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung physischer und digitaler Interaktionen. Mechanische Objekte, digitale Anwendungen, Mixed-Reality-Technologien und kommunikative Aufgaben werden zu einem gemeinsamen Spielerlebnis verbunden. Dabei sollen auch räumliche Barrieren des historischen Gebäudes gestalterisch aufgegriffen werden: Kinder, die einzelne Bereiche des Museums nicht physisch erreichen können, sollen über alternative digitale und spielerische Zugänge aktiv am gemeinsamen Spielgeschehen beteiligt werden. Einschränkungen sollen dabei nicht lediglich kompensiert, sondern durch die Spielmechanik als besondere Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten in das gemeinsame Erlebnis integriert werden.

 

Die Entwicklung erfolgt partizipativ und interdisziplinär. In einem Co-Creation-Workshop werden Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, darunter Schüler:innen von Förderschulen, unmittelbar in die Entwicklung einbezogen. Gemeinsam mit Gestalter:innen, Museumspädagog:innen und Wissenschaftler:innen entwickeln und erproben sie erste Ideen und Low-Fidelity-Prototypen. Der partizipative Ansatz ermöglicht es, Anforderungen und Interessen der Zielgruppe bereits in der Konzeptionsphase zu berücksichtigen und zugleich Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und kultureller Teilhabe zu fördern.

 

IU Professor:innen aus den Bereichen Ausstellungs-, Medien- und Game Design entwickeln mit Studierende gestalterische, technologische und interaktive Ansätze und erproben neue Formen der Verbindung von physischem Museumsraum und digitalen Medien. Die Ergebnisse der unterschiedlichen Entwicklungsstränge werden abschließend in einer übergreifenden Gestaltungskonzeption zusammengeführt.

 

Die Projektphase dient damit nicht nur der Entwicklung eines Spielkonzepts, sondern bereitet gezielt dessen anschließende Realisierung vor. Bestandteil des Projekts ist die Ausarbeitung eines Projektantrags für die Umsetzungsphase. Perspektivisch soll das Serious Game am Kraftwerk Ermen & Engels realisiert, gemeinsam mit der Zielgruppe getestet und anschließend dauerhaft in das Vermittlungsangebot des Museums integriert werden.

Dauer des Projekts

01.09.2026 bis 30.04.2027

Weitere Infos

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen

WR Wissenschaftsrat
ZFU