IU Internationale Hochschule

Drittmittelprojekt
GO-IX

Gesunde-Orte-Index (GO-IX) – ein WebGIS-Tool zur Planung gesunder Lebensräume und Förderung der öffentlichen Gesundheit

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt „Gesunde-Orte-Index (GO-IX)“ verfolgt das Ziel, ein innovatives, webbasiertes GIS Tool zu entwickeln, das gesundheitsrelevante Qualitäten von Orten datenbasiert erfasst und für die Stadt und Raumplanung nutzbar macht. Im Mittelpunkt steht die Verknüpfung gesundheitlicher, räumlicher und sozialer Daten, um fundierte und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit bereitzustellen.


Grün blaue Infrastrukturen wie Parks, Gewässer, Wälder oder Flussufer spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie vielfältige Funktionen für die körperliche und psychische Gesundheit übernehmen – etwa als Erholungs , Bewegungs oder klimatische Ausgleichsräume in dicht bebauten Gebieten. Der Gesunde Orte Index quantifiziert diese gesundheitsförderlichen Eigenschaften und integriert darüber hinaus weitere raumbezogene Einflussfaktoren – etwa aus den Bereichen Versorgung, Umwelt oder soziale Teilhabe. Konzeptionell orientiert sich der GO IX am Therapeutischen Landschafts Konzept nach Gesler (1992), das Gesundheit als Ergebnis des Zusammenspiels unterschiedlicher räumlicher Dimensionen versteht, darunter physische, soziale und wahrnehmungsbezogene Aspekte.

Das interdisziplinäre Projekt kombiniert geographische und quantitative Analysen mit Methoden des maschinellen Lernens sowie Befragungsdaten. Auf dieser Grundlage entsteht eine benutzerfreundliche Web Applikation, die eine räumlich differenzierte Analyse gesundheitsfördernder und gesundheitlich benachteiligter Gebiete ermöglicht und konkrete Ansatzpunkte für deren Weiterentwicklung aufzeigt. Die Ergebnisse sollen langfristig dazu beitragen, gesunde und lebenswerte Stadt und Landräume evidenzbasiert zu gestalten.

Promotionen im Rahmen des GO IX

Im Projekt sind zwei Promotionen angesiedelt, die unterschiedliche Aspekte gesundheitsrelevanter Räume und ihrer Bewertung untersuchen:

Gesunde Orte für alle? Raum als Gesundheitsressource und Zugangsgerechtigkeit als Grundlage gesundheitlicher Chancengleichheit in Deutschland

Das Promotionsvorhaben untersucht, wie gesundheitsförderliche Orte wirken und zeigt, dass ihre positiven Effekte nicht allein aus räumlicher Ausstattung entstehen, sondern erst durch tatsächlichen Zugang, individuelle Wahrnehmung und Nutzung wirksam werden. Im Fokus steht Zugangsgerechtigkeit als zentrale Voraussetzung gesundheitlicher Chancengleichheit, wobei zwischen formaler Erreichbarkeit und realer, gelebter Teilhabe unterschieden wird. Ziel ist es, gesundheitsförderliche Orte und Zugangsbarrieren empirisch sichtbar zu machen und Unterschiede zwischen objektivem Angebot und tatsächlicher Nutzung systematisch zu analysieren.

Gesunde Orte generieren - Eine Synthese aus Geostatistik und generativer KI für die salutogenetische Raumplanung

Das Promotionsvorhaben erforscht, wie sich komplexe physische Raumstrukturen durch Künstliche Intelligenz erfassen und mit epidemiologischer Evidenz in konkrete städtebauliche Planungsszenarien übersetzen lassen. Im Fokus steht die Entwicklung einer hybriden Modellierungsstrategie, die klassische Geostatistik mit modernen Verfahren des Repräsentationslernens und der generativen GeoAI verzahnt, um die methodische „Blackbox“ rein datengetriebener Modelle aufzubrechen. Ziel ist es, den Schritt von der rein analytischen Identifikation gesunder Orte hin zur aktiven Raumentwicklung zu vollziehen und der Stadtplanung evidenzinformierte „Was-wäre-wenn“-Szenarien als datengestützte Entscheidungsbasis bereitzustellen.

Dauer des Projekts

01.10.2025 bis 31.03.2029

Drittmittelgeber und Förderlinie

Forschungsförderung der Peter Beate Heller-Stiftung zur Einrichtung einer Junior-Forschungsgruppe.

Kooperationspartner

Technische Universität Dresden
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
NFDI4Earth

Beteiligte Professor:innen

Prof. Dr. Sebastian Völker

Prof. Dr. Sebastian Völker

Professor für Public Health

  • Räumliche Epidemiologie

  • Gesundheitsdatenwissenschaft

  • Gesundheitsgeografie


Sikko Tammena

Sikko Tammena

Wissenschaftlicher  Mitarbeiter:In / PhD-Studierender

  • GeoAI

  • Spatial Epidemiology


Julia Caroline Jungbluth

Julia Caroline Jungbluth

Wissenschaftliche Mitarbeiter:in / PhD-Studierende

  • Gesundheitsgeografie

  • Health Equity


Falko Krügel

Falko Krügel

Wissenschaftliche Mitarbeiter:in

  • Angewandte Geoinformatik

  • Versorgungsforschung

  • Daseinsvorsorge


Das GO-IX Projektteam von links nach rechts: Sikko Tammena, Falko Krügel, Sebastian Völker und Julia Caroline Jungbluth.

GO-IX Team

Weitere Infos

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen

WR Wissenschaftsrat
ZFU