IU Incubator MESSCAI
Measuring & Strengthening Students’ Self-Concept of AI
Projektbeschreibung
Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt grundlegend. Laut dem Future of Jobs Report 20251 des Weltwirtschaftsforums werden KI-getrieben voraussichtlich 11 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, während gleichzeitig 9 Millionen Arbeitsplätze wegfallen werden. Die Auswirkungen auf Berufe im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind besonders gravierend: Eine Studie des AI-Enabled ICT Workforce Consortium2 aus dem Jahr 2024 ergab, dass 92 % der IKT-Arbeitsplätze stark oder mäßig von KI betroffen sein werden. Diese Veränderungen verdeutlichen den wachsenden Bedarf an Fachkräften, die effektiv mit KI-gestützten Systemen arbeiten und diese sinnvoll einsetzen können.
Aber was bedeutet es, ein solcher Profi zu sein? Welche KI-bezogenen Fähigkeiten und Kompetenzen suchen Arbeitgeber? Und wie schätzen Arbeitnehmende, vor allem Studierende, die sich auf den Berufseinstieg vorbereiten, ihre Kompetenzen in diesem Bereich ein?
Die Forschung zu Motivationen und Berufswahl, wie beispielsweise die Erwartungs-Wert-Theorie von Eccles und Wigfield, untersucht seit langem, warum Menschen bestimmte Studiengänge oder Berufe, insbesondere im MINT-Bereich, anstreben. Konzepte wie das Fähigkeitsselbstkonzept liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Individuen Vertrauen in ihre eigenen Kompetenzen entwickeln und diese in neuen Tätigkeitsfeldern – etwa in der Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz – ausbauen. Durch die Weiterentwicklung dieser Rahmenkonzepte können wir besser verstehen, welche Faktoren den Erwerb von KI-bezogenen Kompetenzen antreiben und wie Bildungs- und Trainingsprogramme zukünftige Fachkräfte gezielt unterstützen können.
So wie das mathematische Selbstkonzept misst, wie kompetent sich jemand in Mathematik fühlt, schlägt dieser Inkubator vor, dass auch ein Selbstkonzept der KI-Fähigkeiten definiert und bewertet werden sollte. Im Gegensatz zur Mathematik, wo die formale Bildung, insbesondere aus dem Schulunterricht, eine klare Grundlage für die Selbsteinschätzung bietet, umfasst KI ein breites Spektrum – vom alltäglichen Gebrauch von Tools wie Siri bis hin zur Entwicklung und Überwachung komplexer Systeme. Die Anerkennung dieser Bandbreite ist entscheidend, da die subjektive Wahrnehmung der eigenen KI-Kompetenzen maßgeblich Einfluss darauf haben kann, welche Entscheidungen eine Person trifft, welche Chancen sie wahrnimmt und wie offen sie ist, mit KI als Ko-Intelligenz zusammenzuarbeiten.
Die zentralen Forschungsfragen dieses Inkubators lauten:
Wie lässt sich ein Selbstkonzept der KI-Kompetenz definieren und messen?
Welche Einflussfaktoren sollten gemessen werden?
Gibt es Merkmale wie Geschlecht, Studiengang, Alter oder berufliche Vorerfahrung, die zu Unterschieden im Selbstkonzept der KI-Kompetenz führen?
Welche Faktoren stärken oder schwächen das Selbstkonzept der KI-Fähigkeit besonders?
Welche KI-Fähigkeiten und -Kompetenzen werden von Arbeitgebern gefordert und sollten aufgebaut werden, um die Beschäftigungsfähigkeit sicherzustellen?
Welche Interventionen und welche Art der KI-Nutzung im Unterricht stärken das Selbstkonzept der KI-Fähigkeit?
Dieses Projekt soll Aufschluss darüber geben, wie Studierende ihre eigenen KI-Fähigkeiten einschätzen und wodurch diese Einschätzung geprägt wird. Durch die Ermittlung der Fähigkeiten, die für die zukünftige Beschäftigungsfähigkeit am wertvollsten sind, wollen wir die Lücke zwischen den selbst eingeschätzten Kompetenzen der Studierenden und den Erwartungen der Arbeitgeber schließen. Die Ergebnisse werden in praktische Strategien zur Förderung von KI-Fähigkeiten innerhalb der Lehrpläne einfließen, um sicherzustellen, dass die Studierenden nicht nur die richtigen Kompetenzen entwickeln, sondern auch Vertrauen in deren Anwendung gewinnen. Letztendlich wird die Forschung dazu beitragen, das Bewusstsein der Menschen für ihr KI-Potenzial zu stärken und sie auf den Erfolg in einem sich schnell entwickelnden Arbeitsmarkt vorzubereiten.
[1] https://www.weforum.org/publications/the-future-of-jobs-report-2025/
[1] https://www.cisco.com/c/dam/m/ai-enabled-ict-workforce-consortium/report.pdf
Dauer des Projekts
01.10.2025 – 30.09.2027
Weitere Infos
IU Incubator
Prof. Dr. Claudia Heß
Digitale Transformation
Claudia Heß has been a professor of Digital Transformation at IU since December 2020. She teaches distance learning courses on the application of artificial intelligence and data science, including their societal and ethical implications, as well as courses on digital transformation projects. Aside from teaching and research, she also works in industry as an IT consultant on AI and digitalization projects. As an IEEE CertifAIEd™ Authorized Assessor, she is entitled to perform AI ethics assessments.
Prof. Dr. Cornelia Heinisch
Computer Science
Cornelia Heinisch has been a professor of computer science at IU since March 2022. Before that, she was a professor of Business Informatics at FOM University (2012–2022). She teaches programming languages, software engineering, and databases. In her courses she integrates AI-supported methodologies to equip students with future software development skills. After studying Software Engineering and earning her doctorate, she worked as a system architect and consultant in the automobile industry.
Prof. Dr. Sibylle Kunz
Medieninformatik
Sibylle Kunz has been Professor of Media Informatics at IU since 2020. She graduated in Business Systems from Darmstadt University of Technology and founded her own IT consulting/training company to conduct enterprise IT trainings. From 2011 to 2020 she also worked as a lecturer in Business Systems at Mainz University of Applied Sciences and Darmstadt University of Applied Sciences and received her PhD in Digital Humanities from the Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.
Prof. Dr. Adrienne Steffen
Business Administration
Adrienne Steffen has been Professor of Business Administration at the IU since April 2021. She earned a BBA in International Management in 2002, during which she spent time abroad at the University of Michigan and at ESC Rennes. She received her Postgraduate Diploma in Research Methodology in Business and Management and a PhD in Marketing from the University of Strathclyde. Prior to her university career, Ms. Steffen worked in marketing and in business development.
Prof. Dr. Claudia Heß
