DrittmittelprojektRap&Wir
Rap & Wirtschaftspolitik.
Zur popkulturellen Aushandlung ökonomischer Lebensrealitäten junger Menschen
Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht, wie wirtschaftspolitische Themen im deutschsprachigen Rap ausgehandelt werden. Im Rahmen eines qualitativen methodischen Zugriffs wird digitale Forschung mit analoger Forschung verknüpft. Dabei stellen wir in Rechnung, dass Rap eine zutiefst audiovisuelle Kultur ist, zu deren wichtigsten „Bühnen“ u.a. das Musikvideo zählt. Ferner wird berücksichtigt, dass die Musik, ihre Inhalte sowie die Künstler*innen selbst in eine Medienkultur integriert sind, die sich als stark ausdifferenzierte Dokumentations- und Film/Doku-Landschaft beschreiben lässt. Aus diesem Grunde untersuchen wir mit der (audiovisuellen) Grounded Theory Methodologie szenerelevante Musikvideos sowie drei Rap-Dokumentationen (u.a. „Babo“ über Rapper Haftbefehl). Darüber hinaus werden leitfadengestützte Interviews geführt, die erschließen sollen, welche existenzielle Reichweite wirtschaftspolitische Themen bei jungen Menschen und juvenilen Erwachsenen haben, welche (ökonomischen) Kontexte sie zum Anschluss an die Musik und ihre Deutung heranziehen und welche wirtschaftspolitischen Themen unter welchen Vorzeichen angezeigt werden.
Dauer des Projekts
01.10.2026 – 31.03.2027
Weitere Informationen
Bertelsmann Stiftung
Prof. Heidi Süß (Professur für Soziale Arbeit)
hat im Graduiertenkolleg „Gender & Bildung“ an der Universität Hildesheim über Männlichkeiten im Rap promoviert. Es folgten Stationen als wiss. Mitarbeiterin in einem DFG-Projekt an der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie der Mediensoziologie der Universität Trier. Heidi Süß ist Herausgeberin dreier Sammelbände zu Rap, Autorin der Studie „Rap & Rassismus“ und Gründerin des Berliner Instituts für Popkultur- und Rap-Forschung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören v.a. HipHop Studies, Geschlechter- und Männlichkeitstheorien sowie der Themenkomplex Popkultur und soziale Ungleichheit. Aktuell ist Heidi Süß Professorin für Soziale Arbeit an der International University of Applied Sciences in Braunschweig.
Publikationen (Auszug):
Süß, Heidi; Dietrich, Marc (2026): Zur kritischen Reflexion rap-kultureller Mythen in der Postmigrationsgesellschaft. In: Rappe, Michael; Wilke, Thomas (Hrsg.): HipHop im 21. Jahrhundert: Narrative, Mythen und Brüche. Wiesbaden: Springer VS, S. 85-101.
Dietrich, M. & Süß, H. (2023): Rap & Rassismus. Zur Aushandlung von Rassismus in Musikvideos, (Szene)Medien und Social Media. Weinheim: Beltz/Juventa.
Süß, Heidi (2021): Eine Szene im Wandel. Rap-Männlichkeiten zwischen Tradition und Transformation. (Dissertationsschrift). Frankfurt/New York, Campus
Prof. Marc Dietrich (Professur für Soziale Arbeit)
ist Mediensoziologe und Professur für Soziale Arbeit an der IU in Bremen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Rassismus, Soziale Ungleichheit, Popkultur, HipHop, Visuelle Soziologie und Qualitative Methoden. Gemeinsam mit Prof. Heidi Süß hat er das Berliner Institut für Popkultur- und Rapforschung gegründet.
Publikationen (Auszug):
Dietrich, Marc & Mey, Günter (2025): Audiovisuelle Produkte als Impulsgeber gesellschaftlicher Aushandlungen im Netz: Perspektiven einer Grounded-Theory-basierten Analyse von digitaler Popkultur. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 25(3).
Dietrich, Marc (2025): Rap in der Lebensphase Jugend und junges Erwachsenalter. In: Enzyklopädie Soziale Arbeit Online (ESozAO), Fachgebiet "Lebensphase: Jugend und junges Erwachsenenalter," Beltz Juventa, Weinheim: https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/enzyklopaedie_soziale_arbeit_online_esozao/artikel/57052-rap-in-der-lebensphase-jugend-und-junges-erwachsenalter.html
Dietrich, M. & Süß, H. (2023): Rap & Rassismus. Zur Aushandlung von Rassismus in Musikvideos, (Szene)Medien und Social Media. Weinheim: Beltz/Juventa.
