
Prof. Dr. Stefanie Kessler
Professorin der Sozialen Arbeit im Dualen Studium in Hannover
Schwerpunkte: qualitativ-rekonstruktive Bildungsforschung, Demokratieförderung, Diversität, organisationale Lernkulturen

Research Institute für gesellschaftsrelevante Bildung
Am 17. Juni 2026 wurde am IU Campus Hannover das Research Institute für gesellschaftsrelevante Bildung (REGE) im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung offiziell eröffnet. Den inhaltlichen Auftakt bildete die Keynote von Prof. Dr. Stefanie Kessler zur Frage, unter welchen Bedingungen Studierende zu Brückenbauer:innen zwischen Hochschule und Berufspraxis werden können. Deutlich wurde: Dieser Transfer entsteht nicht automatisch, sondern muss aktiv gestaltet werden – durch gemeinsame Lernräume, die Studierende als aktive Mitgestalter:innen ernst nehmen, sowie durch langfristige institutionelle Kooperationen zwischen Hochschulen und Praxisorganisationen. Im anschließenden Austausch wurden zudem Ideen für künftige Bildungs- und Transferformate diskutiert, etwa ein mögliches duales Lehramtsstudium.
Aus den Workshops und Gesprächen ließen sich vier zentrale Leitgedanken ableiten:
Bildung wirkt nur, wenn sie auch bisher ausgeschlossene oder übersehene Gruppen erreicht.
Flexible Bildungsangebote brauchen verlässliche Strukturen und Orientierung, um ihr Potenzial zu entfalten.
Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit stehen sich nicht entgegen, sondern bedingen einander – ein zentraler Aspekt des REGE-Forschungsprofils „Positive Bildung“.
Wissenschafts-Praxis-Transfer ist ein aktiver, wechselseitiger Prozess, der von Dialog und gemeinsamer Reflexion lebt.
Der Kick-off in Hannover hat insgesamt einen inhaltlich starken und dialogorientierten Auftakt gesetzt. Zugleich wurde sichtbar, dass das Institut nicht nur Forschung betreiben, sondern Räume für Austausch, Kooperation und gemeinsame gesellschaftliche Gestaltung schaffen möchte. Die zahlreichen Diskussionen und Vernetzungen des Tages machten deutlich, dass hierfür bereits ein breites Interesse und großes Engagement aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft vorhanden sind.

Das Research Institut REGE zielt darauf ab, die gesellschaftliche Relevanz von Bildung zu stärken und Bildungseinrichtungen als wichtige gesellschaftliche Akteure zu positionieren. Angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie Radikalisierung, internationaler Konflikte, Klimawandel und der Verbreitung von Desinformation wächst der gesellschaftliche Bedarf nach verlässlichen, wissenschaftlich fundierten Bildungsansätzen und Lösungsstrategien. Gleichzeitig verbleibt viel gesellschaftsrelevantes Wissen in den forschenden Institutionen, während gesellschaftliche Probleme und unterrepräsentierte Gruppen nur schwer Eingang in Forschung und Bildung finden.
Mission: Bildung gestalten – Gesellschaft stärken
Als Wissenschaftler:innen verstehen wir Bildung als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe und arbeiten dafür mit Partner:innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen. Durch solide Forschung und kreative Formate tragen wir zur Schaffung demokratischer, nachhaltiger und gerechter Bildungsräume bei, die Selbstwirksamkeit, Wohlbefinden und Teilhabe ermöglichen.
Vision: Bildung als transformative Kraft der Gesellschaft
Wir streben danach, Bildung als demokratische, gerechte und nachhaltige Kraft zu gestalten, die Polarisierung entgegenwirkt, sozialen Zusammenhalt stärkt und Menschen befähigt, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und ein erfülltes Leben zu führen.
Das Research Institut REGE setzt an diesen Problemlagen an und strukturiert seine Forschungsaktivitäten entlang dreier zentraler Säulen. Die erste Säule „Gesellschaftliche Teilhabe an Bildung" untersucht, wie bisher unterrepräsentierten gesellschaftlichen Gruppen der Zugang zu Bildungsangeboten ermöglicht werden kann und wie „übersehene" gesellschaftliche Probleme von Bildung und Forschung besser adressiert werden.
Die zweite Säule „Gesellschaftsrelevantes Bilden und Forschen" fokussiert darauf, wie Lehren und Lernen in verschiedenen Bildungskontexten gestaltet werden sollte, um gesellschaftsrelevante Probleme aufzugreifen und Handlungsfähigkeit für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.
Die dritte Säule „Gesellschaftliche Transformation durch Bildung und Forschung" untersucht, wie die Gesellschaft auf Basis bildungsrelevanter Erkenntnisse transformiert werden kann, um optimale Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Dabei steht insbesondere die Positive Bildung im Zentrum, die sowohl individuelles wie auch organisationales Wohlbefinden und Leistung als grundlegende Voraussetzungen für gesellschaftlichen Einfluss betrachtet.


Alle drei Säulen werden auf verschiedenen Ebenen betrachtet – von der Makroebene der Bildungsorganisationen über die Mesoebene der Programmentwicklung bis zur Mikroebene der didaktischen Gestaltung einzelner Lehr-Lern-Situationen. Das übergeordnete Ziel ist es, den Wissensaustausch zwischen Bildungseinrichtungen und Gesellschaft zu intensivieren und somit einen substanziellen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten. Durch die systematische Erforschung gesellschaftsrelevanter Bildungsprozesse – von der Schulentwicklung über die Hochschulbildung bis hin zur Fort- und Weiterbildung – soll Bildung ihre transformative Wirkung für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung entfalten und dabei das Wohlbefinden aller Beteiligten als Grundlage für gesellschaftliches Gestalten stärken.
BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend; u.a. Startchancen-Programm), BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), ifte (Initiative for Teaching Entrepeneurship), FGÖ (Fond Gesundes Österreich), Kultusministerium Bayern, Nationalagentur Jugend für Europa.
DZHW, Euro-FH, Fernuniversität Hagen, KPH Wien-Krems, Macromedia, OvGU Magdeburg, Universitätsklinikum Regensburg.
Höhle, E./Zimmermann, O. (2025): Teilzeitprofessuren an privaten und staatlichen HAW: Geschlecht, Verteilung, Risiken und Chancen. P-OE 8, Heft 2+3/2025.
Kessler, S./ Fuß, A. (2025). „Den Fall ad acta legen, als fertig bearbeitet“. Studieninteressierte und Studierende als Fälle – Rekonstruktion organisational bedingter Handlungsorientierungen der Studienberatung und -betreuenden an einer privaten Hochschule. In: Büchner, Stefanie / Braunsmann, Katharina / Gall, Korbinian / Rahn, Justus / Zakharova, Irina (Hrsg.). Fall und Fallförmigkeit – Organisationsbezug und Digitalität von Fällen und Fallbearbeitung. Bielefeld: Transcript, S. 237-257. Open Access: https://www.transcript-verlag.de/media/pdf/41/a5/d2/oa9783839471500.pdf
Kessler, S./
Fuß, A.(2025). Lokale Demokratie stärken: Perspektiven zivilgesellschaftlicher Akteur:innen im ländlichen Raum in Thüringen. Schwerpunktheft Uncivil Society – aktuelle Ambivalenzen, Befunde und Herausforderungen der demokratischen Gesellschaft, Schriftenreihe Wissen schafft Demokratie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Band 17, S. 86-99. https://www.idz-jena.de/schriftenreihe/band-17-uncivil-society
Kessler, S./König, K. (Hrsg.) (2024): Scheitern in Praxis und Wissenschaft der Sozialen Arbeit: Reflexions- und Bewältigungspraktiken von Fehlern und Krisen. Beltz/Juventa Verlag.
Kessler, S./König, K. (2025): Chancen der (Aus)Bildung im Dualen Studium an Hochschulen: Perspektiven Studierender und Praxispartner. In: Renner, P./Hensel, M. T. /Stefan, B./ Schmid, T. (Hrsg.). Bildung und Ausbildung im Diskurs – Perspektiven aus der Sozialen Arbeit. Springer VS, S. 65-85.
Kessler, S./Stamer, M. (2025): Social Work and Inclusive Citizenship Education: Perspectives on connecting elements. In: Kenner, S./Kleinschmidt, M./Lange, D./Reichert, F./Schröder-Sieroux, C./ (Hrsg.). Inclusive Citizenship als Zugehörigkeiten, Praxen und Acts - Empirische Befunde und theoretische Diskussionen. Springer VS, S. 153-162.
König K./Mertens K. (2026): Self-Organization as Change of Practice: Diverse Challenges in the Further Development of Participation in the German Child and Youth Strengthening Act. In: Doiniţa Grosu and Juliane Noack Napoles (eds.): Participation in Social Work and Pedagogy Theory, Research and Practice. Peter Lang-Verlag. S. 39-65 https://www.peterlang.com/document/1561313
Kessler, Stefanie; Zimmermann, Okka (2026, im Erscheinen): Professionalisierung und Adressat:innenorientierung. Band 1 der Jahrbuchreihe „Forschendes Lernen in der Sozialen Arbeit. Frankfurt/Main: Wochenschau.
Lichtinger, U. (Hrsg.) (2025): Positive Bildung für die schulische Praxis. Beltz.
Lichtinger, U. (2023): Flourishing SD - A Positive School Development Approach. in: White, M./McCallum, F./Boyle, C. (ed.): Wellbeing in Education: New Research and Possibilities. Springer.
Schaper, S./Habermann, S./Lange, J./Trautwein, C. (2024). Digital und heterogen. Herausforderungen und Chancen für nicht-traditionelle Studierende in der Studieneingangsphase des Fernstudiums. In Das Hochschulwesen 72, 114–122.
Schweighart, R./Hast, M./Pampel, A. M./Rebien, J. A./Trautwein, C. (2024). Transition into Distance Education: A Scoping Review. Education Sciences, 14(10), Article 10.
Wammerl, M./Lichtinger, U. (2025). PERMA.teach: a study on the effectiveness of a standardized positive education training program in Austria. In Frontiers in Psycholology, 16:1516572.
Zimmermann, O. (2023): Kein Mangel an Ideen. Nachhaltigkeit und Klimawandel in der Fort- und Ausbildung Sozialarbeitender. In FORUM sozial – Die berufliche Soziale Arbeit 28 (2): 33-37.
Zimmermann, Okka & Bührmann, Julia (2026, im Erscheinen): Letzter Schritt auf einem neuen Weg zur Professur? Berufungsverfahren, Zeitstrukturen und Geschlechterverhältnisse an privaten Hochschulen für angewandte Wissenschaften. In: Hochschulmanagement 21(2+3).
Höhle, Ester & Zimmermann, Okka (2026, im Erscheinen): Beschäftigungsregime an privaten HAW. Eine Typologie der Strukturen des wissenschaftlich-künstlerischen Personals. In: Das Hochschulwesen 74(3+4).
Zimmermann, Okka & Deppe, Marco (2025): The Gendered Impact of Early Partnership Trajectories on Life Satisfaction Among the Elderly: A Contribution to a Better Understanding of Social Inequality in an Ageing Population. In: Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien 31.
Treu, Johannes; Otto, Stephan & Zimmermann, Okka (2026): Fehlende finanzielle Bildung und strukturelle Ungleichheiten. Forschungsprojekt: Finanzielle Bildung von Senior:innen (FiBiSen). In: ProAlter – Selbstbestimmt älter werden, 58(1): 52–57.
Zimmermann, O./Perdomo Lopez, L./Drehlich, M. (2025, im Erscheinen): Chancen und Risiken der Digitalisierung bei der medizinischen Versorgung schwangerer Geflüchteter – eine Betrachtung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. In Thiede, M./ Kreuzenbeck, C./ Rupp, S. (2025): Digitales Empowerment im Gesundheitswesen. Beltz.
Research Institute für gesellschaftsrelevante Bildung: rege@iu.org
Prof. Dr. Okka Zimmermann okka.zimmermann@iu.org
Prof. Dr. Stefanie Kessler stefanie.kessler@iu.org

Professorin der Sozialen Arbeit im Dualen Studium in Hannover
Schwerpunkte: qualitativ-rekonstruktive Bildungsforschung, Demokratieförderung, Diversität, organisationale Lernkulturen

Professorin der Sozialen Arbeit im Dualen Studium in Braunschweig
Schwerpunkte: soziale Ungleichheit, Geschlechterrollen, transformative Bildung, forschendes Lehren und Lernen

Professorin der Psychologie im Fernstudium Hamburg
Schwerpunkte: Hochschulisches Lehren und Lernen, insbesondere Studieneingang, digitale Bildung und akademische Lehrkompetenz

Professor der Sozialen Arbeit im Dualen Studium in Dresden
Schwerpunkte: Hochschulforschung, Professionalisierung sozialer Berufe, Theorie-Praxis-Verzahnung, Beteiligungsprozesse

Professorin der Sozialen Arbeit im Dualen Studium in Regensburg
Schwerpunkte: Wohlbefinden in der Schule, Positive Education, Führung in Bildungseinrichtungen, Schul- und Organisationsentwicklung

Als Wissenschaftler:innen verstehen wir Bildung als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe und arbeiten mit Partner:innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen.
Mit fundierter Forschung und kreativen Formaten schaffen wir demokratische, nachhaltige und gerechte Bildungsräume, die Selbstwirksamkeit, Wohlbefinden und Teilhabe ermöglichen.
Polarisierung entgegenwirken, Chancengerechtigkeit fördern
Bildung als verbindende gesellschaftliche Kraft
Menschen zur aktiven Mitgestaltung und zu einem erfüllten Leben ermächtigen