17
August
2023
|
11:36
Europe/Amsterdam

IU-Studie: Lebensverbesserer ChatGPT?

Ein Drittel der Erwerbstätigen finden, dass KI-Technologien wie ChatGPT die Lebensqualität in den nächsten 10 Jahren sehr verbessern werden

Zusammenfassung

Ein Drittel der Erwerbstätigen finden, dass KI-Technologien wie ChatGPT die Lebensqualität in den nächsten 10 Jahren sehr verbessern werden. Neben allgemeiner Zustimmung gibt es aber auch Bedenken.

Neben allgemeiner Zustimmung gibt es aber auch Bedenken.

  • Bedenken beim Datenschutz: 29,0 Prozent der Befragten haben bei der Nutzung von KI-Technologien wie ChatGPT Bedenken bezüglich des Datenschutzes. 
  • Gen Z mit Wissensvorsprung: Unter allen Generationen fühlt sich die Gen Z im Generationenvergleich mit 35,0 Prozent noch am ehesten gut über mögliche Chancen und Risiken von KI-Technologien informiert. 
  • Regulierung gefordert: 55,1 Prozent der Befragten befürworten enge Regulierungen für die Entwicklung und Nutzung von ChatGPT & Co.; besonders unter den Babyboomern finden sich viele Befürworter (61,4 Prozent). 
  • Unzureichende Debatte: 47,3 Prozent der Befragten finden nicht, dass eine ausreichende öffentliche Debatte über die Chancen und Risiken von ChatGPT geführt wird.


Erfurt, 17. August 2023. „ChatGPT und vergleichbare KI-Technologien werden die Lebensqualität der Menschen in den nächsten 10 Jahren sehr verbessern“, dieser Aussage stimmen ein Drittel (32,9) der Befragten einer IU-Studie voll und ganz bzw. eher zu, die unter Erwerbstätigen in Deutschland durchgeführt wurde.

Für die Studie „ChatGPT & Co. in der Diskussion“ der IU Internationalen Hochschule (IU) wurden 2.030 Arbeitende in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren, repräsentativ für den deutschen Arbeitsmarkt nach Alter und Geschlecht im April 2023 befragt. Gefragt wurden sie unter anderem, wie sie KI-Bots bewerten und welche Bedenken sie haben. 

Gen Z fühlt sich noch am ehesten über KI informiert 

76,5 Prozent der Umfrageteilnehmenden sind grundsätzlich an KI-Technologien wie ChatGPT interessiert. In Bezug auf mögliche Chancen und Risiken, die KI-Software wie ChatGPT mit sich bringen, fühlen sich lediglich 24,0 Prozent der Arbeitenden in Deutschland gut informiert. 

43,1 Prozent der Befragten stimmen eher nicht oder gar nicht zu, gut über die potenziellen Chancen und Risiken informiert zu sein. Unter den Babyboomern, also der Generation der 56- bis 65-Jährigen, sind es sogar 51,0 Prozent. 

Am häufigsten (mit 35,0 Prozent) fühlt sich die Generation Z, d.h. Befragte im Alter von 16 bis 25 Jahren, gut über mögliche Chancen und Risiken von KI-Technologien wie ChatGPT informiert.

IU-Studie "ChatGPT & Co. in der Diskussion" (RGB)


Datenschutz weit oben auf der Liste der Bedenken 

Laut IU-Studie haben 29,9 Prozent der Befragten Bedenken, dass die Antworten von KI-Bots wie ChatGPT falsch sein könnten. Nahezu ebenso viele Befragte (29,0) Prozent haben bei der Nutzung von KI-Technologien ihre Zweifel hinsichtlich des Datenschutzes. 25,4 Prozent haben Bedenken, weil sie sich nicht sicher sind, woher die Antworten von ChatGPT & Co. kommen. 

Mehr als jede:r zehnte Arbeitende (12,7) in Deutschland hat keine Bedenken, wenn es um die Nutzung von ChatGPT & Co. geht.

IU-Studie "ChatGPT & Co. in der Diskussion" (RGB)


ChatGPT: Für viele auf einer Ebene mit der Klima-Debatte 

Für viele Befragte stellen KI-Technologien wie ChatGPT ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema dar: So sind immerhin 29,6 Prozent der Meinung, dass der Umgang und die Regulierung für KI-Technologien wie ChatGPT ähnlich wichtig ist wie der Kampf gegen den Klimawandel. 

Demgegenüber stehen 35,9 Prozent, die der nachfolgenden Aussage eher nicht bzw. überhaupt nicht zustimmen. 

Wenn es um die Relevanz der Regulierung geht, ist die Zustimmung unter den Befragten hoch. Über die Hälfte der Befragten (55,1 Prozent) stimmen voll und ganz oder eher zu, dass es strenge regulatorische Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Anwendung von ChatGPT & Co. geben sollte. 

Insgesamt lassen die Studienergebnisse folgende Entwicklung erkennen: Je älter die Generation, desto häufiger wird die enge Regulierung von ChatGPT und Co. als sehr wichtig gesehen. 

Am häufigsten stimmen die Babyboomer der folgenden Aussage eher oder voll und ganz zu (61,4 Prozent): „Es ist sehr wichtig, dass es enge regulative Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Anwendung von ChatGPT gibt, auch wenn dies die Innovation einschränkt.“ 

Am seltensten stimmen dem die Vertreter:innen der Gen Z eher oder voll und ganz zu (47,6 Prozent).

IU-Studie "ChatGPT & Co. in der Diskussion" (RGB)


„Regulierung von KI kann dazu beitragen, Vertrauen in diese Technologie aufzubauen und ein Gleichgewicht zwischen Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung herzustellen. Da die ältere Generation mehr Lebenserfahrung besitzt, ist es wenig verwunderlich, wenn sie sich eher als die Jüngeren für Rahmenbedingungen einsetzt, die den Missbrauch von KI verhindern sollen“, sagt Prof. Dr. Thomas Zöller, Professor für Data Science und Artificial Intelligence an der IU Internationalen Hochschule. 

Vielen ist die öffentliche Debatte zu wenig 

Vielen ist die derzeit öffentlich geführte Debatte noch zu wenig. Bei der Frage, ob die „Diskussion über die Chancen und Risiken von ChatGPT und Co. ausreichend in der deutschen Öffentlichkeit und Politik geführt wird“, stimmen nahezu die Hälfte der Befragten (47,3 Prozent) dieser Aussage eher nicht bzw. überhaupt nicht zu. 

Prof. Dr. Zöller ordnet die Ergebnisse folgendermaßen ein: 

Prof. Dr. Thomas Zöller

„Es fehlen klare Leitlinien und Gesetze zur umsichtigen Regulierung von KI in Deutschland. Dadurch herrschen Unsicherheit und Zögerlichkeit bei der Initiierung einer breiten Debatte über KI. Um diese Lücke zu schließen, müssen sich politische Entscheidungsträger, Expert:innen und die Öffentlichkeit zusammenfinden und umfassend über KI-Technologien wie ChatGPT diskutieren. Dies erfordert eine verbesserte Aufklärung über Potenziale und Risiken von KI sowie eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft zur angemessenen Berücksichtigung der Bürgerinteressen. Nur durch diese Diskussion lässt sich eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte KI-Politik schaffen.“ 

Über die Studie 

Für die IU-Studie „ChatGPT & Co. in der Diskussion“ wurden 2.030 Arbeitende in Deutschland im Alter zwischen 16 und 65 Jahren befragt, repräsentativ für den deutschen Arbeitsmarkt nach Alter und Geschlecht. Zeitraum der Befragung war der 14.04. bis 24.04.2023. 

Die vollständige Studie ist hier zum Download verfügbar. 

ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE

Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU) Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus – Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000 Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn – macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere Informationen unter: iu.de. 

 

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