DrittmittelprojektUpdate Spiegeltherapie
Die Spiegeltherapie zur Steigerung der motorischen Funktion nach Schlaganfall – Update eines systematischen Cochrane Reviews
Projektbeschreibung
Ziel des Projektes ist die Aktualisierung des Cochrane Reviews „Mirror Therapy for improving motor function after stroke“ (Thieme et al. 2012, 2013, 2018). Die Spiegeltherapie ist ein Therapieverfahren, welches zur Verbesserung der motorischen Funktionen, der Kraft und der Alltagsaktivitäten zur verbesserten Teilhabe nach einem Schlaganfall eingesetzt wird. Bei der Spiegeltherapie wird ein Spiegel so zwischen die Arme oder Beine der Patient*innen positioniert, dass die weniger betroffene Seite gespiegelt wird, sodass beim Blick in den Spiegel eine visuelle Illusion entsteht, dass sich die gelähmte Seite normal bewegt. In zwei bisher veröffentlichten Versionen der Übersichtsarbeit kamen wir auf Grundlage moderater Beweisqualität und 62 randomisierten (crossover) kontrollierten Studien zu dem Ergebnis, dass die Spiegeltherapie die motorische Funktion, Aktivitäten des täglichen Lebens und Schmerzen bei Patient*innen nach einem Schlaganfall verbessert. Auf Basis dieser Übersichtsarbeiten wurde die Spiegeltherapie in verschiedenen nationalen und internationalen Leitlinien zur motorischen Rehabilitation nach Schlaganfall empfohlen. Mit der Aktualisierung sollen die Sicherheit und Vollständigkeit der Ergebnisse des Reviews verbessert werden. Wir erwarten, dass eine höhere Beweisqualität und genauere Aussagen bezüglich verschiedener Therapievariablen einen Einfluss auf zukünftige Leitlinienempfehlungen und die klinische Anwendung der Spiegeltherapie haben.
Die bisher eingeschlossenen Studien wiesen Unterschiede in den Patient:inneneigenschaften (z.B. Zeit nach Schlaganfall, Schwere der Lähmung), der Durchführung, Frequenz und Therapieumfang der Spiegeltherapie sowie möglicher Therapiekombination (z.B. mit elektrischer Muskelstimulation oder transkranieller Hirnstimulation) auf. Daher konnten wir bisher keine Schlussfolgerungen bezüglich der Einflüsse dieser relevanten Therapieeigenschaften auf die Effekte der Spiegeltherapie treffen. Auf Grundlage der Analyse der neu einzuschließenden Daten sollen auf diese, für die Rehabilitationspraxis hochrelevanten Fragen nach unterschiedlichen Effekten, differenzierte Antworten gegeben werden können.
Dauer des Projekts
15.12.2024 – 15.06.2026
Weitere Infos
KGI – Kurt Goldstein Institut
Medizinische Fakultät Halle Wittenberg und ISIS e.V. (Prof. Dr. phil. (habil.) Johann Behrens)
P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation (PD Dr. med. Christian Dohle, M.Phil.)
Thieme H, Morkisch N, Mehrholz J, Pohl M, Behrens J, Borgetto B, Dohle C. Mirror therapy for improving motor function after stroke. Cochrane Database Syst Rev. 2018;7(7):CD008449. doi: 10.1002/14651858.CD008449.pub3.
Thieme H, Mehrholz J, Pohl M, Behrens J, Dohle C. Mirror therapy for improving motor function after stroke. Stroke. 2013 ;44(1):e1-2. doi: 10.1161/strokeaha.112.673087.
Thieme H, Mehrholz J, Pohl M, Behrens J, Dohle C. Mirror therapy for improving motor function after stroke. Cochrane Database Syst Rev.;2012(3):CD008449. doi: 10.1002/14651858.CD008449.pub2.
Prof. Dr. Holm Thieme
Professur für Therapiewissenschaften
Holm Thieme ist Physiotherapeut, Professor für Therapiewissenschaften und Studiengangsleiter Ergotherapie. Er verfügt über umfangreiche Lehrerfahrung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Therapiewissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Evaluation therapeutischer Behandlungsverfahren insbesondere in der Neurorehabilitation sowie der disziplinären und interdisziplinären Versorgungsforschung.
